____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Cocktail
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Ein Cocktail [, englisch ] ist ein alkoholisches MischgetrĂ€nk. Typischerweise bestehen Cocktails aus zwei oder mehr Zutaten, darunter mindestens einer Spirituose. Sie werden mit Eis im Cocktail-Shaker, RĂŒhrglas oder direkt im Cocktailglas einzeln frisch zubereitet, in einem passenden Glas angerichtet und sofort serviert und getrunken. Ăblicherweise ist jedes Cocktail-Rezept mit einem einprĂ€gsamen Namen versehen. Einige Cocktails sind international bekannt und werden von Barkeepern weltweit gemixt.
Contents
âą Bedeutungswandel
âą Wortherkunft
âą Geschichte
âą Einteilung
âą Nach Trinkanlass
âą Nach Zutaten
âą Grundkomposition
âą Eis
âą Zubereitung
⹠CocktailglÀser
âą Garnitur
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Bedeutungswandel
Das Wort âCocktailâ entstand um 1800 im englischen Sprachraum und bezeichnete ursprĂŒnglich nur einen ganz bestimmten Typ unter den damals ĂŒblichen MixgetrĂ€nken. Die erste schriftliche Quelle definierte âcock tailâ 1806 als âstimulierendes GetrĂ€nk aus Spirituosen aller Art, Zucker, Wasser und Bittersâ.cite-ref-croswell-1-0[1] Dass man die seinerzeit oftmals noch sehr rauen Spirituosen, die sehr hochprozentig aus dem Fass kamen, vor dem Genuss mit Wasser verdĂŒnnte und mit Zucker sĂŒĂte, war ĂŒblich, diese GetrĂ€nke wurden Sling genannt. Ein âCocktailâ war folglich nichts weiter als eine zusĂ€tzlich mit KrĂ€uterbitter gewĂŒrzte Variante eines Slings, was ungefĂ€hr dem heutigen Old Fashioned entspricht. Ebenso ĂŒblich war es, Cocktails schon vormittags zu sich zu nehmen. Schon bald entstanden weitere Abwandlungen, die ebenfalls âCocktailâ genannt wurden, und das Wort wurde zum Gattungsbegriff, blieb aber im 19. Jahrhundert nur eine von vielen Drinkgruppen. In der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts wurde âCocktailâ zunehmend zum Oberbegriff fĂŒr fast alle alkoholischen Shortdrinks. Vor allem in Fachkreisen wird das Wort noch heute in diesem engen Sinn verstanden, also als Bezeichnung fĂŒr meist stark alkoholische, kalt gemixte, aber ohne Eis in einem Stielglas (typischerweise einer Cocktailschale) servierte Shortdrinks und gleichsam als Abgrenzung insbesondere zu Longdrinks und gröĂeren, in Becher- oder FancyglĂ€sern servierten MixgetrĂ€nken. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich jedoch in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts ein weiterer Bedeutungswandel vollzogen: âCocktailâ wurde allmĂ€hlich zu einer Sammelbezeichnung fĂŒr fast jedes alkoholische MixgetrĂ€nk und teilweise auch fĂŒr alkoholfreie Mischungen. In diesem Artikel und allgemein in der deutschsprachigen Wikipedia wird das Wort âCocktailâ ĂŒberwiegend in diesem weiten Sinn verwendet.
Wortherkunft
Wie das Wort âCocktailâ entstanden ist und warum es zur Bezeichnung fĂŒr alkoholische MixgetrĂ€nke wurde, ist nicht geklĂ€rt und daher Gegenstand vieler Theorien und Anekdoten.cite-ref-3[2.1]cite-ref-4[3] Sicher ist nur, dass die Bezeichnung um 1800 aufkam und sich zuerst im englischen Sprachraum, und zwar insbesondere an der OstkĂŒste der Vereinigten Staaten verbreitete. Doch bereits die Annahme, dass das Wort aus der Zusammenschreibung der englischen Wörter cock (Hahn) und tail (Schwanz) entstanden ist, wie einige WörterbĂŒcher vermuten,cite-ref-6[4.1] ist umstritten, wenngleich die Schreibung mit Bindestrich in einigen sehr frĂŒhen Quellen dies nahelegt.
FrĂŒhe Verwendung
Einer der Ă€ltesten gedruckten Belege fĂŒr die Verwendung von âCocktailâ fĂŒr ein GetrĂ€nk stammt aus einer Londoner Zeitung des Jahres 1798. Die Morning Post and Gazetteer berichtete von einem glĂŒcklichen Kneipenwirt, der seinen GĂ€sten nach einem Lotteriegewinn ihre Schulden gestrichen hatte. Eine Woche spĂ€ter enthĂŒllte die Zeitung in einer satirischen Aufstellung die angeblich erlassenen Zechen einzelner Politiker, darunter
âMr. Pitt, two petit vers of âLâhuile de Venusâ 0 1 0 Ditto, one of âperfeit amourâ 0 0 7 Ditto, âcock-tailâ (vulgarly called ginger) 0 0 3/4â
â
Morning Post and Gazetteer
, 20. MĂ€rz 1798
âMr. Pittâ (womit wohl der damalige Premierminister William Pitt der JĂŒngere gemeint war) konsumierte also angeblich zwei GlĂ€ser (französisch: verres) âVenusölâ, ein Glas Parfait Amour (deutsch: âperfekte Liebeâ) sowie ein Glas âcock-tailâ. Woraus dieser âcock-tailâ bestand, bleibt unerwĂ€hnt, er sei aber auch als âGingerâ (Ingwer) bekannt. Bei den GetrĂ€nken könnte es sich um Anspielungen auf Pitts Privatleben gehandelt haben, denn der Umstand, dass er unverheiratet war, war seinerzeit oft Gegenstand von anzĂŒglichen Witzencite-ref-bar-vademecum-ursprung3-8-0[6] und Spekulationen ĂŒber seine vermeintliche HomosexualitĂ€t;cite-ref-hague-9-0[7] zudem gibt es durch die französischen Liköre einen Bezug zu Frankreich, mit dem sich GroĂbritannien seinerzeit im Krieg befand. âGingerâ bezeichnete nicht nur eine brĂ€unlich-rote Farbe, die Ingwerknolle galt auch als aphrodisierend und gingery wurde als Adjektiv im Sinn von âheiĂblĂŒtigâ oder âmiĂgestimmtâ verwendet.cite-ref-bar-vademecum-ursprung3-8-1[6] Auch in spĂ€teren Quellen wird immer wieder auf die stimulierende Wirkung eines morgendlichen Cocktails hingewiesen, und zwar unabhĂ€ngig davon, ob die Rezepturen tatsĂ€chlich Ingwer enthielten oder nicht.cite-ref-10[8] Die ErwĂ€hnung im Zusammenhang mit französischen Likören könnte den Cocktailhistorikern Brown und Miller zufolge aber auch auf einen französischen Ursprung des Wortes âCocktailâ hinweisen. So habe es tatsĂ€chlich ein französisches GetrĂ€nk namens âcoquetelâ gegeben; Dietrich Bock spricht von einem weinhaltigen MixgetrĂ€nk aus dem Raum Bordeaux und er weist auch darauf hin, dass die Amerikaner wĂ€hrend des UnabhĂ€ngigkeitskrieges (1755â1781) von einer französischen Expeditionsarmee unterstĂŒtzt wurden, was die spĂ€tere Ăbernahme des Wortes ins Amerikanische erklĂ€ren könnte.cite-ref-12[9.1] Auch das französische Wort âcoqueterâ (kokettieren) klingt Ă€hnlich wie âCocktailâ, allerdings lĂ€sst sich kein entsprechender Sprachgebrauch zur damaligen Zeit nachweisen.cite-ref-14[10.1]
In Nordamerika erschien âCocktailâ jedenfalls als Bezeichnung fĂŒr ein GetrĂ€nk zum ersten Mal 1803. In einem humoristischen Zeitungs-Essay schildert der ErzĂ€hler, ein junger Tunichtgut, den Ablauf eines verkaterten Vormittags: â11 [Uhr]. Drank a glass of cocktailâexcellent for the head⊠[âŠ] Callâd at the Doctâs âŠâdrank another glass of cocktail.â (deutsch: â11 [Uhr]. Trank ein Glas Cocktail â hervorragend fĂŒr den Kopf ⊠[âŠ] Rief den Doktor ⊠â trank noch ein Glas Cocktail.â)cite-ref-15[11] Worum auch immer es sich bei diesem GetrĂ€nk handelte; es sollte dabei bleiben, dass Cocktails in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts aufgrund ihrer aufbauenden Wirkung schon vormittags konsumiert wurden und dies insbesondere von lasterhaften Tagdieben â der Historiker David Wondrich nennt sie âa loungy, sporty, dissolute setâ;cite-ref-17[12.1] Ted Haigh spricht von Spielern, Gaunern und ZuhĂ€ltern.cite-ref-19[13.1]
Den ersten Hinweis, woraus ein Cocktail nun tatsĂ€chlich bestand, lieferte drei Jahre spĂ€ter im Mai 1806 eine New Yorker Zeitung. In einem spöttischen Bericht ĂŒber eine Wahlkampfveranstaltung ist zu lesen, mit welchem alkoholischen Aufwand ein Politiker seine potenzielle WĂ€hlerschaft bei Laune hielt. AufgezĂ€hlt werden unter anderem 720 Rum-Grogs, 411 GlĂ€ser KrĂ€uterbitter sowie âcock-tailsâ fĂŒr 25 Dollar. Ăbrigens vergeblich, der Kandidat verlor die Wahl â interessant ist allerdings ein Leserbrief, den die Redaktion daraufhin erreichte. Darin erkundigte sich ein Leser nach diesem neuen, ihm unbekannten GetrĂ€nk namens âcock-tailâ. Sollte der Name etwa auf die Wirkung des Trankes auf bestimmte Körperteile hindeuten? HĂ€tte er den Anwesenden derart den Kopf verdreht, dass sie ihn nun im Unterleib (âwhere their tails should beâ) trĂŒgen? Die Antwort des Herausgebers erschien in der nĂ€chsten Ausgabe:
âCock-tail, then, is a stimulating liquor, composed of spirits of any kind, sugar, water, and bitters â it is vulgarly called a bittered sling, and is supposed to be an excellent electioneering potion inasmuch as it renders the heart stout and bold, at the same time that it fuddles the head. [âŠ] a person having swallowed a glass of it, is ready to swallow any thing else.â
âEin Cock-tail ist ein stimulierendes GetrĂ€nk aus Spirituosen aller Art, Zucker, Wasser und Bitters, wird gemeinhin auch âBittered Slingâ genannt und soll einen ausgezeichneten Wahlkampftrank darstellen, indem er beherzt und kĂŒhn macht und zugleich den Kopf benebelt. [âŠ] Wer davon ein Glas getrunken hat, ist bereit, auch alles andere zu schlucken.â
â
The Balance, and Columbian Repository
, 13. Mai 1806
Sling war damals ein ĂŒbliches MixgetrĂ€nk und bezeichnete eine mit Wasser verdĂŒnnte und mit Zucker gesĂŒĂte Spirituose. Die damaligen BrĂ€nde waren noch sehr rau und unverdĂŒnnt aus dem Fass kaum zu genieĂen. Das âNeueâ am Cocktail war also, dass man den bekannten Sling zusĂ€tzlich mit Cocktailbitters wĂŒrzte. Diese Bitterspirituosen aus KrĂ€utern und GewĂŒrzen, die oft von Apothekern hergestellt wurden, waren seinerzeit als Heilmittel weit verbreitet und wurden, wie ĂŒbrigens Alkohol generell, zum Kurieren aller möglichen Leiden und zur Steigerung der allgemeinen Befindlichkeit eingesetzt.
In New Orleans wird berichtet, dass in der Royal Street Ecke St. Louis Street im Vieux CarrĂ© der kreolische Apotheker Antoine AmĂ©dĂ©e Peychaud, der 1793 dorthin ĂŒbersiedelt war, seine geheime Formel aus Cognac und Bitters in einem Eierbecher (frz. Coquetier) mischte. Das Mittel war als Palliativum zur Schmerzlinderung konzipiert. Nach mehreren Dosen im Coquetier (und nur noch wenig Schmerzen) ĂŒbersetzten seine amerikanischen Kunden âcoquetierâ in âcock-a-tailâ. So sei der Cocktail zu seinem Namen gekommen.
Cocktails als MorgengetrÀnk
Fortan tauchte das Wort âCocktailâ immer wieder auf, wenn auch zunĂ€chst nur sporadisch. Zwar ist die oft zitierte frĂŒhe ErwĂ€hnung in Washington Irvings Knickerbockerâs History of New York von 1809 nicht belegt (âCocktailâ kommt erst in spĂ€teren Nachdrucken vor), aber schon 1813 pries eine Zeitung in New York die âsuperior virtues of gin-sling and cock-tailâ (âdie ĂŒberlegenen VorzĂŒge von Gin-Sling und Cocktailâ) und 1816 beschrieb ein Autor im New-York Courier, wie er seine Tage mit âa cocktail or two every morning before breakfastâ (âeinem Cocktail oder zwei jeden Morgen vor dem FrĂŒhstĂŒckâ) beginnt und den Tag mit zwei oder drei Brandy Tods (Brandy Toddies) beschlieĂt, ohne dabei auf einen oder zwei Cocktails vor dem Abendessen zu verzichten.cite-ref-wondrich-20-0[14] In einer Werbeanzeige von 1818 wurde der Cocktail in Massachusetts, wie schon 1806, als bitter sling definiert, ebenso 1820 in Worcester. David Wondrich lokalisiert die Wurzeln der Cocktail-Verbreitung daher im Hudson Valley an der OstkĂŒste der Vereinigten Staaten, also der Gegend um Boston, Albany und New York.
UrsprĂŒnglich waren Cocktails also schnelle, belebende, stark alkoholische Drinks, die man schon frĂŒh am Morgen zu sich nahm. William Grimes zitiert einen Zeitzeugen aus dem Jahr 1822, dem zufolge ein einfaches âKentucky-FrĂŒhstĂŒckâ aus âthree cocktails and a chaw of terbackerâ (âdrei Cocktails und eine Portion Kautabakâ) bestand.cite-ref-22[15.1] 1869 definierte William Terrington in London Cocktails als âMischungen, die bevorzugt von FrĂŒhaufstehern (âearly birdsâ) genutzt werden, um die Manneskraft zu stĂ€rkenâ.cite-ref-23[16] Es folgten einige Rezepturen, die teilweise sogar noch der Definition von 1806 entsprechen, also neben einer Spirituose lediglich Zucker, Wasser bzw. Eis sowie Bitters oder andere WĂŒrz-Essenzen enthielten; teilweise aber auch schon weitere Zutaten wie Ingwersirup oder Curaçao. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren Cocktails am Morgen auch in den Vereinigten Staaten nichts Ungewöhnliches: âIf you like a cocktail in the morning, come here and youâll get one that is made as a cocktail should be madeâ (deutsch: âWenn Sie einen Cocktail am Morgen möchten, kommen Sie zu uns und Sie bekommen ihn so, wie ein Cocktail auch sein sollteâ), so der Text-Vorschlag fĂŒr eine Werbeanzeige aus einem Ratgeber fĂŒr SpirituosenhĂ€ndler von 1899.cite-ref-24[17] Bis in die 1830er Jahre assoziierte man mit Cocktails zudem eine gewisse Lasterhaftigkeit:cite-ref-19-1[13.1]
âIf you drank a cocktail, you were a little dangerous, and therein lay the seeds of its fame. It was the bad-boy syndrome.â
âWenn du einen Cocktail getrunken hattest, wirktest du ein bisschen gefĂ€hrlich, und darin liegt der Grund fĂŒr seinen Erfolg. Es ist das Böse-Buben-Image.â
â
Ted Haigh
GeflĂŒgel-Geschichten
Da cock und tail im Englischen âHahnâ und âSchwanzâ bedeuten, wurde die Wortschöpfung spĂ€ter hĂ€ufig mit einem bunten Hahnenschwanz (dem âroosterâs tailâ oder eben âcock tailâ) in Verbindung gebracht. So verwendete William T. Boothby bereits 1891 ein entsprechendes Titelbild fĂŒr sein Mix-Buch American Bar-Tender. Auch im 1965 als Marke geschĂŒtzten Logo der Deutschen Barkeeper-Union war ein bunt gefiederter Hahn auf einem Cocktailglas zu sehen. Zur Herleitung werden verschiedene Theorien angefĂŒhrt. So hĂ€tten angeblich die bunten Farben der Drinks an einen Hahnenschwanz erinnert. Dies mag fĂŒr bunte Saft-, Sirup- und Likörschöpfungen des 20. Jahrhunderts gelten, die âCocktailâ genannten MixgetrĂ€nke um 1800 waren, wie oben gezeigt, keinesfalls bunt, und Pousse CafĂ©s aus farbigen Likören kamen erst viel spĂ€ter in Mode. Ted Haigh vermutet, dass der Cocktail zu seinem Namen kam, weil er morgens konsumiert wurde und wie der Weckruf eines Hahnes wirkte, der das erste Tageslicht begrĂŒĂt.cite-ref-19-2[13.1]
Einer anderen Geschichte zufolge sei die Bezeichnung bei HahnenkĂ€mpfen entstanden. Angeblich hatte der Besitzer des Siegerhahns das Recht, dem unterlegenen Hahn eine Feder herauszureiĂen, die er an sein GetrĂ€nk steckte. AnschlieĂend habe man auf den Hahnenschwanz angestoĂen.cite-ref-25[2.2] Historische Belege fĂŒr diese Version gibt es allerdings nicht, ebenso wenig wie fĂŒr die Vermutung, die ersten Cocktails verdankten ihren Namen einem Hahn aus Keramik, aus dem sie gezapft worden seien, oder seien gar den HĂ€hnen selbst als âcock aleâ oder âcock bread aleâ verabreicht worden. Das war Brot, das mit einem wĂŒrzigen Aufguss aus KrĂ€utern, Wurzeln und Ale eingeweicht war, um ihre Kampfeskraft zu stĂ€rken.cite-ref-12-1[9.1]
TatsĂ€chlich war âcock aleâ um 1800 als Bezeichnung fĂŒr eine bestimmte Art von GetrĂ€nken etabliert und lĂ€sst sich bis 1648 zurĂŒckverfolgen. In Schottland soll ein Trank dieses Namens zubereitet worden sein, indem man die zerkleinerten Knochen eines gekochten Hahnes mit Muskat, Rosinen, Nelken und anderen GewĂŒrzen in einem Leinwandsack in ein Fass Ale legte und mehrere Tage ziehen lieĂ.cite-ref-12-2[9.1] Eine englische Publikation von 1869 erwĂ€hnt, dass im 18. Jahrhundert unter den MixgetrĂ€nken (âcupsâ) vor allem solche auf Bier-Basis beliebt gewesen seien. Ihre Rezepte seien allesamt Ă€hnlich, jedoch kaum erwĂ€hnenswert. Zu den vielen umgangssprachlichen Bezeichnungen dieser Mischungen, darunter âHumtpie-Dumptieâ, âClamber-clownâ, âKnock-me-downâ oder âStichbackâ, hĂ€tte vor allem gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch âCock-aleâ gezĂ€hlt.cite-ref-26[18] WĂ€hrend die Ăhnlichkeit der Wörter âcock aleâ und âcocktailâ eine Verbindung nahelegt, spricht dagegen, dass ersteres ein BiermischgetrĂ€nk war, wĂ€hrend die sich in den Vereinigten Staaten zu Beginn des 19. Jahrhunderts verbreitenden âcocktailsâ ursprĂŒnglich aus verdĂŒnnten, gesĂŒĂten und mit Bitters versetzten Spirituosen zubereitet wurden.
Vor allem in den Vereinigten Staaten ist die Geschichte von Betsy Flanagan sehr beliebt, die in verschiedenen Varianten erzĂ€hlt wird.cite-ref-27[19] Sie soll 1779, wĂ€hrend der Amerikanischen Revolution, in deren Verlauf ihr Mann starb, eine Kneipe wahlweise in Four Corners, Elmsford oder Yorktown eröffnet haben, die von amerikanischen und französischen Soldaten frequentiert wurde. Eines Abends hĂ€tte sie den Offizieren GeflĂŒgel serviert, das einem Nachbarn â AnhĂ€nger der verhassten EnglĂ€nder â gestohlen worden war. Nach der Mahlzeit servierte sie Bracer (oder Punch), seinerzeit beliebte GetrĂ€nke, und dekorierte die GlĂ€ser mit Federn. âLetâs have some more Cocktailâ (engl. = lasst uns noch einen Cocktail nehmen) und âVive le cocktailâ (frz. = hoch lebe der Cocktail) sollen die Offiziere ausgerufen haben â angeblich war dadurch die Bezeichnung âCocktailâ geboren. TatsĂ€chlich geht die Anekdote auf den Autor James Fenimore Cooper (1789â1851) zurĂŒck. FĂŒr seine 1821 erschienene Geschichte The Spy. A tale of Neutral Ground, die in der Revolutionszeit spielt, erfand er eine Figur namens Betty Flanagan. Sie sei eine Hotelwirtin in Four Corners gewesen und habe den ersten âCocktailâ serviert. Ob diese fiktive Betty ein reales Vorbild hatte, möglicherweise eine Kneipenwirtin namens Catherine âKittyâ Hustler aus Stormâs Bridge (heute Elmsford, New York), wo Cooper zeitweise wohnte, konnte nie geklĂ€rt werden; jedenfalls ist aus ihr spĂ€ter die erwĂ€hnte Betsy der beliebten Anekdote geworden.cite-ref-28[20]
Andere Herleitungen
HĂ€ufig ist von dem französischen Apotheker Antoine AmĂ©dĂ©e Peychaud die Rede, der sich 1795 in New Orleans niedergelassen hatte. Er soll dort MixgetrĂ€nke â unter anderem den ortsĂŒblichen Brandy Toddy aus Cognac, Wasser, Zucker und dem von ihm selbst hergestellten Peychaudâs Bitters â in Eierbechern (französisch coquetier) serviert haben, eine frĂŒhe Version des Sazerac. Durch Verballhornung des TrinkgefĂ€Ăes sei daraus spĂ€ter das Wort Cocktail geworden. Die NĂ€he des Sazerac zum 1806 beschriebenen Bittered Sling â beides Mischungen aus Spirituose, Zucker, Wasser und Bitter â wĂŒrde fĂŒr diese Theorie sprechen, gĂ€be es nicht ein Zeitproblem: Peychaud stellte den nach ihm benannten Bitter wahrscheinlich erst ab 1830 her, als die Bezeichnung âCocktailâ lĂ€ngst verbreitet war.
Gelegentlich wird eine Anekdote des Barkeepers Harry Craddock zitiert, der 1930 das legendĂ€re und weit verbreitete Savoy Cocktail Book veröffentlichte. Danach soll der Cocktail nach einer jungen Schönheit namens âCoctelâ benannt worden sein, der Tochter von König Axolotl VIII. von Mexiko, die einem SĂŒdstaaten-General bei Friedensverhandlungen ein gemixtes GetrĂ€nk gereicht haben soll. Mit seiner Bemerkung âEs gibt unwiderlegbare Beweise fĂŒr die Wahrheit dieser Geschichte, auch wenn es nicht die kleinste schriftliche Unterlage dazu gibt!â deutet Craddock allerdings selbst augenzwinkernd an, dass es sich um eine Thekenlegende handelt.cite-ref-craddock-29-0[21]
In seinem Standardwerk The American Language postulierte Henry L. Mencken als ErklĂ€rungsversuch, in englischen Kneipen seien die Reste (âtailingsâ) aus SpirituosenfĂ€ssern verbilligt ausgeschenkt worden. Da der Zapfhahn am Fass auch âcockâ genannt worden sei, hĂ€tten Zecher eben gerne âcocktailsâ aus Resten zusammenstellen lassen. TatsĂ€chlich bestanden Slings, die VorlĂ€ufer des Cocktails, aber nur aus einer einzigen Fass-Spirituose (die mit Zucker und Wasser versetzt wurde), nicht aus mehreren, und den frĂŒhen Cocktails wurden lediglich einige Spritzer Bitter zugefĂŒgt. Ebenfalls auf Mencken geht ein Artikel der Baltimore Sun von 1908 mit einer detaillierten Entstehungsgeschichte des Cocktails â angeblich in Maryland â zurĂŒck, die sich aber mittlerweile als Scherz entpuppte.
Der Historiker David Wondrich erinnert hingegen daran, dass die SchwĂ€nze von Zugpferden im 18. und 19. Jahrhundert oft gestutzt wurden, damit sie sich nicht im Geschirr verfingen, und man diese Pferde âcock-tailedâ nannte, weil ihr Schwanz einem Hahnenschwanz Ă€hnlich in die Luft stand â möglicherweise eine Parallele zur stimulierenden Wirkung eines vor dem FrĂŒhstĂŒck genossenen Cocktails. Zum anderen verwendete man in der Regel keine reinrassigen Pferde als Arbeits- und Zugtiere, so dass sich der Begriff âcocktailâ allgemein fĂŒr ein nicht reinrassiges Pferd etablierte, auch im Rennsport.cite-ref-6-1[4.1] Wenngleich selten, lĂ€sst sich diese Bezeichnung zum Beispiel 1796 bei John Lawrence nachweisen;cite-ref-30[22] und laut Dietrich Bock bis 1769 zurĂŒckverfolgen.cite-ref-31[9.2] Es sei dann, so Wondrich, nicht weit gewesen von einem âmixed-breed horseâ zu einem âmixed-breed drinkâ. Das Wort âCocktailâ könnte also in Analogie zum Pferdesport entstanden sein, als Bezeichnung fĂŒr eine Spirituose, die man eben nicht âreinrassigâ pur, sondern verdĂŒnnt, gesĂŒĂt und mit Bitter gemixt zu sich nahm.
Geschichte
FrĂŒhe alkoholische MixgetrĂ€nke
Alkoholische MixgetrĂ€nke, die man heute als âCocktailsâ (im weiteren Sinn, siehe Einleitung) bezeichnen wĂŒrde, gab es schon lange bevor sich das Wort um 1800 im angelsĂ€chsischen Raum etablierte. Im Grunde ist ihre Geschichte so alt wie die Geschichte des Alkohols an sich â ihre UrsprĂŒnge verlieren sich in grauer Vorzeit. FrĂŒheste Funde sind der Jungsteinzeit zuzuordnen. WĂ€hrend der Neolithischen Revolution, die vor etwa 12.000 Jahren einsetzte, vollzog sich ein Ăbergang von der nomadischen Lebensweise der JĂ€ger und Sammler zur Sesshaftigkeit mit Ackerbau und Viehzucht. In Jiaju (Volksrepublik China), einer der Ă€ltesten GrabungsstĂ€tten, die mit der Peiligang-Kultur assoziiert wird, wurden GefĂ€Ăe gefunden, die RĂŒckstĂ€nde von vergorenem Reis, Honig und FrĂŒchten aufwiesen und auf etwa 7000 vor Chr. datiert werden konnten. UngefĂ€hr zur selben Zeit begannen auch Kulturen im Nahen Osten, Bier aus Gerste zu brauen und aus wilden Trauben Wein herzustellen. In Anyang (China) fand man verschlieĂbare BronzegefĂ€Ăe aus der Zeit der Shang- und Westlichen Zhou-Dynastie (etwa 1250â1000 vor Chr.), die Reis- und Hirsewein enthielten, welcher mit Wermutkraut, Chrysanthemen, SpieĂtanne, Elemi und weiteren Pflanzen und KrĂ€utern aromatisiert wurde. Noch heute werden Ă€hnliche aromatisierte Weine in Vietnam (âRuouâ), China (âZieuâ oder âChiewâ), Korea und Japan (ShĆchĆ«) hergestellt. Auch die alten Griechen stellten bereits aromatisierte Weine (âvinum hippocraticumâ) her, aus denen sich im 18. Jahrhundert in Italien der Wermut (Vermouth) entwickelte â heute eine der wichtigsten Cocktail-Zutaten.
Mittels alkoholischer GĂ€rung allein war allerdings nur ein vergleichsweise geringer Alkoholgehalt zu erreichen. Die Mongolen fanden jedoch schon frĂŒh eine Methode, ihn zu steigern, indem sie mittels wilder Hefen vergorene Eselsmilch wiederholt gefrieren lieĂen und das Eis abtrennten. Dadurch erhöhte sich der Alkoholgehalt in der verbleibenden FlĂŒssigkeit bis auf 30 % Vol., was sie ĂŒber Monate hinweg haltbar machte. Der gleichen Methode bedienten sich Jahrhunderte spĂ€ter auch frĂŒhe amerikanische Siedler in Neuengland, in dem sie wĂ€hrend der kalten Wintermonate vergorenen Apfelmost gefrieren lieĂen, so dass Applejack mit höherem Alkoholgehalt entstand. Gesund war dies allerdings nicht, denn auch unerwĂŒnschte und gesundheitsschĂ€dliche Nebenprodukte der GĂ€rung konzentrierten sich dabei im GetrĂ€nk. Heute wird auch Applejack durch Destillation hergestellt.
Siehe auch
:
Geschichte des Bieres
und
Geschichte des Weinbaus
Die Entdeckung der Destillation
Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der alkoholischen MixgetrĂ€nke war die Entdeckung der Destillation: man erkannte, dass sich einige FlĂŒssigkeiten beim Erhitzen in verschiedene Bestandteile âauftrennenâ lieĂen, indem man ihre DĂ€mpfe auffing und kondensieren lieĂ. Vor etwa 9000 Jahren wurden in Festlandchina bereits BlĂŒten und andere Pflanzenteile erhitzt und die DĂ€mpfe zur Herstellung von Parfum aufgefangen. Die Ă€lteste schriftliche Ăberlieferung zur Herstellung von Trinkalkohol findet sich in den Veden. In diesen Textsammlungen in Sanskrit ist die Rede von einem rituell genutzten GetrĂ€nk namens âSomarasaâ, das man bei religiösen Festen zu Ehren der Gottheit Indra konsumierte. Im etwa 2000 Jahre alten Staatsrechtslehrbuch Arthashastra werden mehrere Spirituosen erwĂ€hnt, darunter Asava, hergestellt aus Getreide, FrĂŒchten, Wurzeln, Rinden, Blumen und Zuckerrohr. In einem wahrscheinlich um 350 n. Chr. entstandenen medizinischem Lehrbuch, dem Susruta Samhita, das auf den Arzt Sushruta zurĂŒckgeht, wird erstmals das Wort khola als Oberbegriff fĂŒr diese GetrĂ€nke verwendet, das spĂ€ter ĂŒber das Arabische Eingang in die europĂ€ischen Sprachen (âAlkoholâ) fand. Ein Text von Aristoteles, in dem er die Gewinnung von SĂŒĂwasser aus Salzwasser beschreibt, deutet darauf hin, dass die Technik der Destillation auch schon im antiken Griechenland bekannt war.cite-ref-32[23] Der Wissenstransfer aus dem Osten endete jedoch vorlĂ€ufig mit dem Untergang der Bibliothek von Alexandria, aus deren BestĂ€nden nur wenige Werke in europĂ€ischen Klöstern ĂŒberlebten.
Als nĂ€chster Meilenstein gilt der Alambic, ein Destillierapparat des arabischen Alchemisten DschÄbir ibn HayyÄn (latinisiert Geber, Jeber, wahrscheinlich 8. Jahrhundert), mit dem sich der Alkohol weitaus höher konzentrieren lieĂ als mit den aus Indien und China bekannten Methoden. Mit der Alambic soll wenig spĂ€ter al-KindÄ« hochkonzentriertes Ethanol destilliert haben.cite-ref-33[24] Abu Bakr Muhammad ibn Zakariya ar-Razi (Rasis) stellte Weinbrand her und bestĂ€tigte die Eignung von Alkohol als Konservierungsstoff und TrĂ€gersubstanz fĂŒr medizinische Wirkstoffe. Mit der Eroberung der iberischen Halbinsel durch die Mauren und die Ăbersetzung arabischer Texte durch Robert von Chester gelangte das Destillationswissen um 1140 nach Spanien. Davon inspiriert prĂ€gte Arnaldus de Villanova um 1250 das Wort eau de vie (âWasser des Lebensâ) fĂŒr destillierten Trinkalkohol und etwa zur selben Zeit nannte Ramon Llull die Substanz âAlkoholâ. Zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert verbreiteten sich Destillerien in ganz Europa. 1476 beschrieb Michael Puff von Schrick in seinem NĂŒtzlichen BĂŒchlein von den Ausgebrannten WĂ€ssern 82 KrĂ€uterliköre; bis 1601 erschienen 38 ĂŒberarbeitete Ausgaben. Einflussreich war auch Hieronymus Brunschwigs Buch Liber de Arte Distillandi de Compositis â Das bĂŒch der waren kunst zĂŒ distillieren. In Schiedam und Amsterdam entstanden zahlreiche Brennereien fĂŒr brandewijn aus gemĂ€lztem Getreide. Auch in Polen wurde im 15. Jahrhundert ein Aqua Vitae auf Getreidebasis hergestellt; der Name âVodkaâ ist seit dem 16. Jahrhundert ĂŒberliefert. Ebenfalls im 16. Jahrhundert begann die Spirituosenherstellung in der Neuen Welt, wo bald der Zuckerrohrschnaps aguardiente de cana (heute Cachaça), Rum und Pisco gebrannt wurden. 1675 wurde Rum offizieller Bestandteil der Tagesrationen in der Royal Navy, seit 1730 erhielt ein Matrose jeden Tag knapp 300 ml 70 bis 85%igen Rum, was etwa 570 ml in heutiger TrinkstĂ€rke entspricht. Alkohol war also ĂŒber die Jahrhunderte von einem Elixier der Alchemisten zu einem tĂ€glichen Nahrungs- und Genussmittel geworden, das in der Medizin sogar als gesund und vitalisierend galt.
Alkoholische MixgetrÀnke vor 1800
Alkoholische MischgetrĂ€nke waren auch in Nordamerika schon lange vor der Entstehung der Bezeichnung âCocktailâ bekannt. Nachdem der schwedische Kleriker Israel Acrelius zwischen 1749 und 1756 die britischen Kolonien in Nordamerika bereist hatte, berichtete er von 45 verschiedenen Mixed Drinks, darunter Kombinationen mit Zitronensaft, Milch und gesĂŒĂtem Essig.cite-ref-35[26] Und ein EnglĂ€nder, der die Vereinigten Staaten zwischen 1793 und 1806 bereiste, stellte fest:
âThe first craving of an American in the morning, is for ardent spirits, mixed with sugar, mint, or some other hot herb, and which are called slings.â
âDas erste, was Amerikaner am Morgen begehren, sind geistige GetrĂ€nke, die mit Zucker, Minze oder anderen starken KrĂ€utern gemixt werden und die man Slings nennt.â
â
Charles William Johnson
Die Zeit bis 1860
Galt der morgendliche Konsum von âCocktailsâ anfangs noch als unanstĂ€ndig, konnte das GetrĂ€nk bis etwa 1830 auch zunehmend in die etablierten Kreise der Gesellschaft vordringen. Cocktails wurden nun auch bei der Fuchsjagd oder beim Polospielen konsumiert und verloren ihr ursprĂŒnglich anstöĂiges Image. Varianten des ursprĂŒnglich als âbittered slingâ definierten GetrĂ€nks entstanden und ihr Konsum verschob sich in gesellschaftlich weniger umstrittene Tageszeiten. Gleichzeitig kritisierte man die oft von Apothekern hergestellten Bitters zunehmend als âsnake oilâ (Schlangenöl) und âsham medicineâ (Quacksalberei). Im Cocktail jedoch konnten die Elixiere das sein, was sie auch heute noch darstellen: ein Genussmittel.cite-ref-37[13.2]
Zur Popularisierung des Cocktails und anderer MixgetrÀnke in den Vereinigten Staaten wÀhrend der ersten HÀlfte des 19. Jahrhunderts trugen mehrere Faktoren bei:
Zum einen gab es in diesen Jahrzehnten einige maĂgebliche Innovationen bei den Destillationsverfahren. Mit der 1826 von Robert Stein entwickelten und vom Iren Aeneas Coffey 1831 verbesserten Column Still war es beispielsweise möglich, groĂe Mengen von Whiskey sehr kostengĂŒnstig in einem kontinuierlichen Brennverfahren zu produzieren. Zudem verbesserte sich allgemein die QualitĂ€t von Spirituosen, sie wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend genieĂbar, ohne ihren scharfen Geschmack mit Wasser, Zucker und GewĂŒrzen zu kaschieren.
Eine weitere Rolle spielt die Einwanderung aus Europa. Mit ihr kamen nicht nur technisches Wissen, sondern eben auch viele Menschen ins Land, die sich in der âNeuen Weltâ ein neues Leben aufbauen wollten. In den neu gegrĂŒndeten Ortschaften entwickelten sich Saloons, wo Alkohol zunĂ€chst hinter einer Barriere, spĂ€ter einem Tresen â der eigentlichen Bar â ausgeschenkt wurde. Sie waren ein gesellschaftlicher Treffpunkt, ein Ort, um neue Kontakte zu knĂŒpfen, und natĂŒrlich auch ein Ort, um zu trinken. Zugleich brachten die Einwanderer ihre Trinksitten und Vorlieben aus Europa mit, so dass in Amerika zahlreiche neue MixgetrĂ€nke entstehen sollten. Der Import von Wermut aus Italien in die Vereinigten Staaten ist beispielsweise bereits seit den 1840er Jahren belegt â diese Zutat war spĂ€ter Grundlage fĂŒr so legendĂ€re Cocktails wie den Manhattan oder den Martini.
Auch die VerfĂŒgbarkeit von Eis â heute eine nicht mehr wegzudenkende Zutat bei der Zubereitung fast aller alkoholischen MixgetrĂ€nke â verbesserte sich in diesen Jahren. So baute Frederic Tudor 1820 in New Orleans ein groĂes Eislagerhaus und exportierte nordamerikanisches Natureis nicht nur in die Karibik, sondern bis nach Rio de Janeiro und Kalkutta. Die KĂŒhlung durch Eis verbesserte den Geschmack vieler MixgetrĂ€nke enorm.
Das Goldene Zeitalter der Cocktails
Ein wichtiger Meilenstein in der Cocktailgeschichte ist ein Buch: 1862 veröffentlichte Jerry Thomas seine legendĂ€re Rezeptsammlung How to Mix Drinks, or the Bon Vivantâs Companion.cite-ref-thomas-38-0[28] Zuvor war Thomas schon mehrere Jahre lang als Barkeeper quer durch die Vereinigten Staaten getingelt. In seinem Buch hatte er zahlreiche Mixrezepte gesammelt und kategorisiert. Erstmals war damit eine Art âoffizieller Kanonâ der nordamerikanischen MixgetrĂ€nke entstanden. Das Buch verbreitete sich in mehreren Auflagen und zahlreichen, teilweise nicht autorisierten Nachdrucken sehr schnell, sogar bis zurĂŒck nach Europa. Zu Jerry Thomasâ Zeiten war der Cocktail ĂŒbrigens immer noch ein AlltagsgetrĂ€nk, es gab ihn sogar fertig in Flaschen und man konnte ihn auf einen Ausflug oder zu einem Picknick mitnehmen:
âThe cocktail is a modern invention and is generally used on fishing and other sporting parties, although some patients insist that it is good in the morning as a tonic.â
âDer Cocktail ist eine moderne Erfindung und wird allgemein zum Fischen und zu anderen sportlichen Veranstaltungen mitgenommen, obwohl einige Patienten darauf bestehen, dass ein morgendlicher Cocktail ein gutes StĂ€rkungsmittel ist.â
â
Jerry Thomas
Die Phase bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wird von vielen Autoren auch als das âGoldene Zeitalter der Cocktailsâ bezeichnet. Anders als in Europa war es in Nordamerika damals ĂŒblich, Essen und Trinken in der Gastronomie zu trennen â es gab einerseits Restaurants, andererseits Saloons und Bars, die hauptsĂ€chlich Alkohol ausschenkten und dazu höchstens kleine HĂ€ppchen als kostenlose Beigabe reichten. Nach dem Amerikanischen BĂŒrgerkrieg (1861â1865) schritt die ErschlieĂung des âWilden Westensâ weiter voran. Immer neue StĂ€dte mit ihren Bars und Saloons entstanden, beispielsweise entlang der Eisenbahnlinien, die seit 1869 die westlichen Bundesstaaten wie das 1850 aufgenommene Kalifornien mit denen im Osten verbanden.
Der Cocktail wandelte sich in dieser Zeit zum Oberbegriff fĂŒr eine Vielzahl von MixgetrĂ€nken. Gleichzeitig professionalisierte sich der Berufsstand der Barkeeper und noch heute gĂŒltige Techniken bei der Zubereitung etablierten sich. Auch die ersten Cocktail-Shaker kamen auf und wurden sogar patentiert. Viele heute noch bekannte Klassiker wie der Martini bzw. dessen VorlĂ€ufer, der Martinez, der Old Fashioned und der Manhattan entstanden in jenen Jahren.
Mit einiger Verzögerung erreichte die Cocktail-Welle auch das kontinentale Europa, wo man die neuen MixgetrĂ€nke zunĂ€chst als âAmerican Mixed Drinksâ bezeichnete. Die erste Definition eines Cocktails in deutscher Sprache findet sich in einem Kochlexikon aus dem Jahr 1886:cite-ref-40[9.3]
âCock-tail. Ein in Amerika sehr beliebtes GetrĂ€nk, eine Art kalter Grog, welchen man aus Brandy, Bitter-Liqueur, Eis und Zucker zusammensetzt; zuweilen wird anstatt des Bitters auch Pfefferminz Liqueur genommen. Man hat Brandy-Cocktail, Whisky-Cocktail, Gin-Cocktail usw. je nachdem man zu einem Glase dieses GetrĂ€nks Cognac oder anderen Branntwein nimmt. Das Verfahren ist folgendes: Man thut in ein Glas etwa zwei bis drei Esslöffel klargekochten Zucker-Sirup, drei Esslöffel Bitterliqueur, guten Pomeranzenbitter oder Magenbitter, ein Weinglas Cognac, Gin, oder Whisky, und ein StĂŒck dĂŒnn abgeschĂ€lte Citronenschale, fĂŒllt das Glas zu einem Drittel mit gestoĂenem Eis, schĂŒttet das GetrĂ€nk einige Mal hin und her, seith es durch und gieĂt es in ein groĂes Weinglas.â
â
Universal-Lexikon der Kochkunst, Band 1, Leipzig 1886.
Literatur und Weblinks zur Geschichte der Cocktails
âą Vom Ursprung des Cocktails Artikelserie zur Cocktail-Geschichte
âą Dietrich Bock: Erlesene Cocktails fĂŒr private GĂ€ste. Selbstverlag, Erkrath-Hochdahl 1997, ISBN 3-00-001901-4. Erste anhand von Originalquellen umfassend recherchierte, deutschsprachige Darstellung der Geschichte des Cocktails, der amerikanischen Trinkkultur des 19. Jahrhunderts und seiner Verbreitung in Europa.
âą Stefan GabĂĄnyi: German Bar Culture, in: Mixologist. The Journal of the European Cocktail, Vol. 3. Mixellany, London 2009, ISBN 978-1-907434-00-6, S. 121â126 (englisch). Kurze Ăbersicht zur Entwicklung der MixgetrĂ€nke in Deutschland.
âą William Grimes: Straight up or on the Rocks. The Story of the American Cocktail. North Point Press, New York 2001, ISBN 0-86547-601-2 (englisch).
âą Anistatia Miller, Jared Brown: Eine Tour de Force. In: Helmut Adam, Jens Hasenbein, Bastian Heuser: Cocktailian. Das Handbuch der Bar. Tre Torri, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-941641-41-9, S. 19â41. Zeitleiste zur Entwicklung der MixgetrĂ€nke.
âą Anistatia Miller, Jared Brown: Spirituous Journey. A History of Drink. Band 1: Book One: From the Birth of Spirits to the Birth of the Cocktail. Mixellany, London 2009, ISBN 978-0-9760937-9-4; Band 2: Book Two: From Publicans to Master Mixologists. Mixellany, London 2009, ISBN 978-1-907434-06-8 (englisch). AusfĂŒhrliche Geschichte der Spirituosenherstellung und MixgetrĂ€nke.
âą David Wondrich: Imbibe! From Absinthe Cocktail to Whiskey Smash, A Salute in Stories and Drinks to âProfessorâ Jerry Thomas, Pioneer of the American Bar. Perigee (Penguin Group), New York 2007, ISBN 978-0-399-53287-0 (englisch). Umfassende Darstellung der Entwicklung der Barkultur in den Vereinigten Staaten des 19. Jahrhunderts anhand von historischen Cocktailrezepten.
Einteilung
Seit jeher wird versucht, alkoholische MixgetrĂ€nke in Gruppen einzuteilen: schon Jerry Thomas sortierte die Rezepte in seinem Handbuch fĂŒr Barkeeper von 1862 â dem frĂŒhesten seiner Art â in verschiedene Kategorien und definierte Punch; Egg Nogg; Juleps; The Smash; The Cobbler; The Cocktail and Crusta; Mulls and Sangarees; Toddies and Slings; Fixes and Sours; Flip, Negus and Shrub; alkoholfreie GetrĂ€nke fasste er als Temperance Drinks zusammen. Doch trotz der vielen Gruppen kannte Thomas schon damals viele Drinks, die sich nicht eindeutig zuordnen lieĂen, so dass er ĂŒber 50 Rezepte als Fancy Drinks (etwa âPhantasiegetrĂ€nkeâ, von engl. fancy = ausgefallen, originell) auffĂŒhrte und zwei weitere Dutzend als Miscellaneous Drinks (âverschiedene GetrĂ€nkeâ).cite-ref-41[30] âCocktailâ war im 19. Jahrhundert also nur die Bezeichnung fĂŒr eine von vielen Untergruppen alkoholischer MixgetrĂ€nke. Die Kategorie nahm aber zunehmend mehr Raum ein â in der 1887er Ausgabe des Buches stellten âCocktailsâ bereits die erstgenannte Drink-Gruppe und die Zahl der Rezepte hatte sich gegenĂŒber 1862 verdoppelt.cite-ref-42[31]
Auf Barkarten und in der Literatur wurden und werden Cocktails seitdem nach ganz unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst und eingeordnet. Allerdings ergibt sich gerade bei neuen Drinks, die keine eindeutige Ăhnlichkeit mit bekannten Klassikern aufweisen, die Schwierigkeit einer Zuordnung. Sie werden dann, wie schon bei Jerry Thomas, meist als Fancy Drinks zusammengefasst. Viele RezeptbĂŒcher verzichten komplett auf eine Kategorisierung und fĂŒhren alle Drinks in alphabetischer Reihenfolge auf. Auf Barkarten wird ĂŒberwiegend nach Basisspirituosen sortiert, und nur einige populĂ€re Kategorien wie Aperitifs oder After-Dinner-Drinks sind gesondert aufgefĂŒhrt.cite-ref-43[32]
Nach Volumen: Shortdrinks und Longdrinks
Sehr hĂ€ufig wird zwischen Shortdrinks und Longdrinks unterschieden. Als Shortdrinks gelten MixgetrĂ€nke, die bis zu 10 cl FlĂŒssigkeit enthalten. Sie weisen regelmĂ€Ăig einen hohen Anteil alkoholischer Zutaten auf und werden ĂŒberwiegend âstraight upâ, also ohne Eis, in Cocktailschalen mit Stiel serviert. Oft wird auch das Wort Cocktail in diesem engen Sinn, also als Oberbegriff fĂŒr eine Vielzahl von Shortdrinks und im Gegensatz zu Longdrinks verwendet. Longdrinks sind dementsprechend gröĂere MixgetrĂ€nke mit mehr als 10 cl, eher noch 15â20 cl FlĂŒssigkeit, z. B. alle Highballs, Collinses oder mit SĂ€ften verlĂ€ngerte GetrĂ€nke wie Campari Orange. Die Grenzen zwischen Short- und Longdrinks sind naturgemÀà flieĂend und eine groĂe Zahl von MixgetrĂ€nken lĂ€sst sich nicht klar zuordnen, weil sie keiner der beiden Typisierungen entsprechen.
Eine weitere, nach der GröĂe bestimmbare Drinkgruppe sind die Shooter, Shots oder Kurze, die meist nur aus 2 oder 4 cl Spirituosen, pur oder vermischt, in einem Schnapsglas bestehen und in einem einzigen Zug getrunken werden.
Nach Alkoholgehalt
Bei der Einteilung nach Alkoholgehalt werden alkoholfreie MixgetrĂ€nke, gelegentlich auch solche mit vergleichsweise wenig Alkohol, von ânormalenâ Cocktails abgegrenzt, zum Beispiel auf Barkarten oder in RezeptbĂŒchern. Als alkoholfrei gelten nach deutschem Lebensmittelrecht GetrĂ€nke mit weniger als 0,5 % vol. Alkohol. Umgekehrt werden gelegentlich besonders (alkohol)starke Drinks gesondert ausgewiesen. So finden sich auf manchen Barkarten Hinweise, dass von einem Cocktail pro Abend und Gast nur höchstens zwei oder drei serviert werden (zum Beispiel beim Zombie).
Historisch gesehen ist der Begriff âCocktailâ allerdings eng mit dem Genuss von Alkohol, und zwar insbesondere der Verwendung von Spirituosen (also gebrannten Destillaten, im Gegensatz zu Wein und Bier) verbunden. Seit der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts, als sich das Wort zu einem Oberbegriff fĂŒr eine Vielzahl von MixgetrĂ€nken zu wandeln begann, werden aber auch einige alkoholfreie MixgetrĂ€nke als Cocktails bezeichnet. Allerdings geschieht dies stets in Zusammenhang mit und als Abgrenzung zu alkoholhaltigen Drinks, z. B. auf Barkarten oder in MixbĂŒchern. Demzufolge wĂŒrde ein Ananas-Kokos-Milchshake â zweifellos ein alkoholfreies MixgetrĂ€nk â, der in einer Eisdiele serviert wird, kaum als âCocktailâ bezeichnet, wohingegen eine Virgin Colada aus Ananassaft, Sahne und Cream of Coconut als alkoholfreie Variante der Piña Colada auf einer Barkarte durchaus als âalkoholfreier Cocktailâ gefĂŒhrt werden könnte. Alkoholfreie Drinks, die wie die Virgin Colada eine alkoholhaltige Entsprechung haben, werden auch als Mocktails bezeichnet, wobei dieser Begriff zunehmend als abschĂ€tzig empfunden und infolgedessen von professionellen Barkeepern immer seltener verwendet wird.cite-ref-44[33] FĂŒr die alkoholfreien Alternativen werden meistens die alkoholischen Zutaten weggelassen (bei der Virgin Colada der Rum), Liköre werden oft durch Ă€hnlich schmeckende Sirups oder FruchtsĂ€fte ersetzt. Weitere Beispiele fĂŒr alkoholfreie Cocktails sind Safer Sex on the Beach, Ipanema (Caipirinha mit Ginger Ale statt Cachaça) und Pussy Foot, eine Mischung aus Ananas-, Orangen- und Grapefruitsaft mit Grenadine, die keine alkoholische Entsprechung hat.
Nach Trinkanlass
Vor allem im 20. Jahrhundert war es ĂŒblich, bei Shortdrinks zwischen Before-Dinner-Drinks und After-Dinner-Drinks zu unterscheiden. Before-Dinner-Drinks genoss man als Aperitif vor dem Essen. Sie sind dementsprechend klein, appetitanregend, alkoholstark und meist herb oder aromatisch, jedenfalls enthalten sie keine sĂ€ttigenden und zu sĂŒĂen Zutaten. Das bekannteste Beispiel dĂŒrfte der Martini sein. Im Gegensatz dazu trinkt man After-Dinner-Drinks nach dem Essen. Darunter fallen dann Dessert-Cocktails wie der sahnig-sĂŒĂe (Brandy) Alexander, Mischungen mit Likören (z. B. Rusty Nail) oder krĂ€utrig-wĂŒrzige Drinks, die als Digestif die Verdauung fördern oder erfrischen sollen, z. B. der Brandy Stinger. Gelegentlich wird auch von Medium Drinks gesprochen; gemeint sind Shortdrinks, die sich den vorgenannten Gruppen nicht eindeutig zuordnen lassen und ZitrussĂ€fte enthalten, z. B. der Bronx.
Eine Besonderheit stellen die Corpse Revivers (deutsch etwa: âWiederbeleberâ) dar, die nach einem langen Barabend wieder aufbauen und krĂ€ftigen sollen. Wie die KatergetrĂ€nke oder âKaterkillerâ sind sie hĂ€ufig wĂŒrzig, z. B. Bloody Mary, Prairie Oyster (unter anderem mit Ei und Ketchup) oder Bull Shot (Wodka, Rinderbouillon).
Nach vorherrschendem Geschmack
HĂ€ufig anzutreffen ist eine Einteilung von Shortdrinks in die Gruppen dry (trocken = herb), medium (mittel) und sweet (= sĂŒĂ), ein gutes Beispiel sind die verschiedenen Varianten des Manhattan. DarĂŒber hinaus können Beschreibungen wie âaromatischâ, âfruchtigâ, âfrischâ, âsahnig-cremigâ etc. zur Orientierung auf Barkarten dienen.
Nach Zutaten
Sehr oft werden Cocktails nach der alkoholischen Grundzutat (Basis) eingeteilt, z. B. in Champagner-Drinks, Wodka-Drinks, Gin-Drinks, Wermut-Cocktails oder auch Tropicals bzw. Tropical Drinks, die fast immer auf Rum, Rhum oder Cachaça basieren. Da die alkoholische Basis (mit Ausnahme von Wodka) in der Regel auch geschmacklich vorherrscht, ist damit zugleich auch eine grobe geschmackliche Einordnung verbunden.
Zudem gibt es Drink-Gruppen, fĂŒr die die Verwendung bestimmter nicht-alkoholischer Zutaten charakteristisch ist. So können Mint Juleps zwar mit verschiedenen Spirituosen (z. B. Bourbon, Rye Whiskey, Cognac) gemixt werden, sie enthalten aber immer Minze oder frische KrĂ€uter (Beispiel Mint Julep), ganz Ă€hnlich wie die Smashes, ebenfalls mit Minze, frischen KrĂ€utern und/oder FruchtstĂŒckchen, die im Shaker zerstoĂen werden (z. B. Whiskey Smash). Eggnogs werden, wie schon der Name verrĂ€t, mit Eigelb und Sahne oder Milch zubereitet. Drinks mit Sahne bezeichnet man auch als Cream Cocktails (z. B. Golden Cadillac), tropische Drinks mit Cream of Coconut bilden die Gruppe der Coladas (z. B. Piña Colada). Snapper enthalten wĂŒrzige Zutaten wie Tomatensaft oder Rinderbouillon (z. B. Bloody Mary), Coffee-Drinks werden mit Kaffeelikör oder Kaffee zubereitet wie der White Russian oder Irish Coffee.
Gelegentlich wird in der Literatur auch nach der Anzahl der Zutaten differenziert, wenn beispielsweise von der Gruppe der Zwei- und Dreiteiler gesprochen wird.
Nach Zubereitung oder Servierweise
Einige Drink-Gruppen lassen sich abgrenzen, weil sie nicht, wie die meisten Cocktails, im Shaker oder RĂŒhrglas auf Eis zubereitet werden. Dazu gehören Pousse CafĂ©s, bei denen verschiedene und vor allem verschiedenfarbige Spirituosen, Liköre und Sirups im Glas ĂŒbereinander geschichtet werden; Frozen Drinks, die im Standmixer (Blender) mit Eis so zubereitet werden, dass eine cremige Masse Ă€hnlich einem Sorbet entsteht (Beispiel: Frozen Daiquiri); FrappĂ©s, bei denen regelmĂ€Ăig nur ein Likör ĂŒber shaved ice (geschabtem Eis) serviert wird (z. B. CrĂšme de Menthe FrappĂ©); Crustas, die mit breitem Zuckerrand und einer Spirale aus Zitrusschale serviert werden, Hot Drinks, also HeiĂgetrĂ€nke wie Irish Coffee oder Grog; Bottled Cocktails, die fertig gemixt in Flaschen abgefĂŒllt werden und bis zur Verwendung nachreifen, sowie schlieĂlich Punches, die typischerweise fĂŒr mehrere GĂ€ste vorbereitet und wie eine Bowle in einer SchĂŒssel serviert werden (z. B. der bekannte Fish House Punch).
Eine besondere Gruppe bilden molekulare Cocktails. Entsprechend der MolekularkĂŒche der 1990er Jahre gab es vor einigen Jahren auch an der Bar den Trend, die Textur von MixgetrĂ€nken zu verĂ€ndern, beispielsweise komplette Drinks oder einzelne Bestandteile mit Geliermitteln wie Natriumalginat (E401) oder Agar in Gelees, Gele und Espumas (SchĂ€ume) oder mit Hilfe von Calciumlactat (E327) in âAromaperlenâ zu verwandeln oder sie mit Hilfe von Riboflavin im Dunkeln fluoreszieren zu lassen.cite-ref-45[34] Von vielen Barkeepern grundsĂ€tzlich abgelehnt, konnte sich diese molekulare Mixologie jedoch nicht durchsetzen und blieb eine vorĂŒbergehende Mode. Einzelne Elemente sind jedoch geblieben, zum Beispiel im Sahnesiphon mit Distickstoffmonoxid hergestellte Espumas aus Cocktail-Zutaten.
Ein weiterer, seit etwa 2010 zu beobachtender Trend sind gelagerte bzw. fassgelagerte Cocktails.cite-ref-46[35] Dabei werden die fertig gemixten Cocktails ĂŒber lĂ€ngere Zeit â bis zu mehreren Monaten â entweder in verschlossenen Flaschen gelagert, wobei sich die Zutaten anders verbinden als in einem frisch zubereiteten Drink, oder sie reifen in einem Holzfass. Man spricht dann analog zu Spirituosen von barrel aged (fassgelagert), ein Ă€hnlicher Effekt lĂ€sst sich durch Zugabe von HolzspĂ€nen erreichen, wobei sich der Cocktail im Kontakt mit Holz oft schon binnen Stunden oder Tagen deutlich verĂ€ndert.cite-ref-47[36] Bei der Fasslagerung laufen mehrere Prozesse ab: Infusion, das heiĂt, Geschmacksstoffe aus dem Holz (vor allem Vanillin) gehen auf den Cocktail ĂŒber; Oxidation durch Kontakt mit Sauerstoff, wodurch der Cocktail ânussigerâ schmeckt; schlieĂlich Extraktion, wobei das Holz mit der SĂ€ure des Cocktails reagiert und der Drink weicher und sĂŒĂlicher wird.cite-ref-48[37]
Nach einer typischen Grundstruktur
Viele Cocktails lassen sich auch nach einer bestimmten Grundidee bei der Kombination der Zutaten einteilen, die oft schon im Namen deutlich wird.
Sours
Eine der wichtigsten Cocktailgruppen ĂŒberhaupt sind die Sours mit der Grundformel Spirituose + Zitrussaft + Zuckerquelle. MaĂgeblich ist dabei die Balance zwischen ZitrussĂ€ure und Zucker, jenen Aromen also, die âdas unsichtbare Netz fast des gesamten MischgetrĂ€nkekosmos bildenâcite-ref-49[38] und ihr Zusammenspiel mit der Basisspirituose. Beispiele fĂŒr âreineâ Sours sind Whiskey Sour und Daiquiri. Bei unzĂ€hligen weiteren Drinks und Drinkgruppen wird die Grundstruktur des Sours variiert oder erweitert: So kann anstelle von Zucker und Spirituose auch ein Likör mit Zitrussaft kombiniert werden. FĂŒr diese Drinks versuchte der Autor Gary âGazâ Regan den Begriff International Sour zu etablieren; Likör-Sours mit Orangenlikör nannte er New Orleans Sours (Beispiele: Margarita und Cosmopolitan).cite-ref-51[39.1] Ein Crusta wiederum ist ein Sour mit Likör und Bitters, der stets mit Zuckerrand und einer groĂen Zitruszeste serviert wird, die innen am Glasrand liegt, z. B. Brandy Crusta. Ein verlĂ€ngerter, mit Sodawasser âaufgespritzterâ Sour heiĂt Fizz, z. B. Gin Fizz. Auch die vielen Collinses (Tom Collins, John Collins etc.) sind mit Sodawasser verlĂ€ngerte Sours, jedoch gröĂer als ein Fizz. Diese Longdrinks werden stets auf EiswĂŒrfeln serviert und oft direkt im GĂ€steglas zubereitet.
Weitere Cocktailgruppen
Weitere Cocktailgruppen mit charakteristischer Grundstruktur sind:
âą Batida, bestehend aus einer Spirituose (typischerweise Cachaça), Zucker und frischen FrĂŒchten (Beispiel: Caipirinha, eigentlich eine Batida de Limao).
âą Highball: UrsprĂŒnglich eine Bezeichnung fĂŒr mit Sodawasser oder einem kohlensĂ€urehaltigen Softdrink âverlĂ€ngerteâ Spirituosen, mit Eis traditionell im Highballglas, einem mittelgroĂen Becherglas serviert. Beispiele: Whiskey Highball (Whiskey und Soda oder Ginger Ale), Brandy Soda, Gin Tonic, Moscow Mule. Der Begriff wird aber unterschiedlich verwendet, teilweise werden alle einfachen Longdrinks unabhĂ€ngig von der GröĂe, oder Mischungen mit verschiedensten Zutaten als Highballs bezeichnet. Highballs mit Orangensaft als Filler nennt Gary Regan Florida Highball (z. B. Harvey Wallbanger), solche mit Cranberrysaft New England Highball (z. B. Sex on the Beach).cite-ref-52[39.2]
Historische Cocktailgruppen
Andere, frĂŒher hĂ€ufig verwendete Kategorien sind heute beinahe verschwunden oder leben nur noch im Namen einzelner MixgetrĂ€nke fort. Beispiele:
âą Bishop: Ein Bishop (deutsch Bischof) ist eine Fruchtkaltschale, der Name könnte auf eine Form der BowlenschĂŒssel zurĂŒckgehen, die einer BischofsmĂŒtze Ă€hnelt.
âą Cobbler: Ein Cobbler besteht aus einer Basisspirituose (oder Wein), Sirup und ggf. Likör, wird auf gestoĂenem Eis im Glas gemixt und meistens reich mit FrĂŒchten dekoriert.
âą Fix: Ein Fix (Mehrzahl: Fixes) ist im Prinzip ein Sour, wird jedoch auf Shaved Ice (geschabtem Eis) serviert und mit FrĂŒchten dekoriert.
âą Grog: WĂ€hrend im Deutschen darunter in der Regel nur das HeiĂgetrĂ€nk aus Rum, Wasser und Zucker verstanden wird, steht die Bezeichnung im angelsĂ€chsischen Sprachraum fĂŒr eine Vielzahl von heiĂ oder kalt zubereiteten Drinks mit Rum, zum Beispiel den Trader Vic Grog aus den 1960er Jahren
âą Knickebein: Hier werden eine Basisspirituose und ein Likör mit Eigelb kombiniert. Die Zutaten werden klassisch nicht vermixt, sondern ĂŒbereinander geschichtet, mit dem rohen Eigelb in der Mitte.
âą Negus: Ein Negus besteht aus (Port)wein, Wasser, Zucker und GewĂŒrzen und wird heiĂ serviert.
âą Punch (deutsch Punsch), frĂŒher eine beliebte und hĂ€ufige GetrĂ€nkegruppe mit vielfĂ€ltigen Rezepten, heiĂ oder kalt, die als Gemeinsamkeit neben der alkoholischen Basis ZitrussĂ€fte, Zucker und Wasser enthielten. Punches wurden oft fĂŒr mehrere GĂ€ste in einer Punchbowl (Bowle oder SchĂŒssel) zubereitet, konnten aber auch als Einzeldrink gemixt werden. Heute sind beispielsweise Planterâs Punches mit sehr vielfĂ€ltigen Varianten verbreitet.
âą Rickeys: Ein Rickey war ursprĂŒnglich ein Highball aus einer Spirituose und Sodawasser, der zusĂ€tzlich etwas Limettensaft enthielt.
âą Shrub: Typisch fĂŒr einen Shrub ist die Verwendung von Fruchtsirup, oft auf Essigbasis hergestellt.
âą Sling: Ein Sling bestand ursprĂŒnglich (Ende des 17. Jahrhunderts) aus einer Spirituose, Wasser und Zucker und wurde oft mit Muskatnuss bestĂ€ubt. Die Urform des Cocktails wurde 1806 als bittered Sling definiert, also ein Sling mit Bitters. Der heute noch beliebte Singapore Sling geht namentlich auf diese Gruppe zurĂŒck, seine Rezeptur hat jedoch mit den ursprĂŒnglichen Slings nicht mehr viel gemein.
Systematische AnsÀtze
Den Versuch einer systematischen Klassifizierung der bekanntesten Cocktails unternahm 2003 Gary âGazâ Regan in seinem Buch âThe Joy of Mixologyâ. Dabei teilte er sie in âFamilienâ mit jeweils Ă€hnlicher Grundstruktur bei Zutaten und Zubereitung ein, bemerkte aber selbst dazu: âAnd remember the first rule of the bartender: Nothing Is Written in Stoneâcite-ref-53[39.3] (âDenken wir an die oberste Regel des Barkeepers: nichts ist in Stein gemeiĂeltâ). Darauf teilweise aufbauend, identifizierten die Autoren der Fachzeitschrift Mixology 13 sogenannte âkey cocktailsâ als typische SchlĂŒsselrezepte und verorteten diese in ihrem 2010 erschienenen Standardwerk âCocktailianâ auf einem geschmacklichen Koordinatensystem mit den Achsen salzig â bitter / herb / trocken und sĂŒĂ â sauer.cite-ref-55[40.1] Um diese 13 Drinks gruppierten sie alle weiteren Rezepte der Sammlung, kamen aber wie schon Jerry Thomas 150 Jahre vor ihnen nicht ohne eine Kategorie fĂŒr sonstige, nicht klassifizierbare MixgetrĂ€nke aus (âParadiesvögel und GrenzgĂ€ngerâ).
Weitere Einteilungen
SchlieĂlich lassen sich MixgetrĂ€nke auch nach ihrer Entstehungszeit (z. B. Prohibitions-Cocktails), Phasen der Cocktailgeschichte (z. B. âklassischeâ oder âmoderneâ Drinks), Herkunft der Zutaten nach LĂ€ndern oder Regionen (z. B. Karibik-Drinks, tropische Cocktails) oder modischen Trends, z. B. Tiki-Drinks, Cuisine Style Cocktails (bei Verwendung frischer Zutaten aus der KĂŒche) und Ă€hnlichem klassifizieren.
FĂŒr jede Drink-Gruppe können also ganz unterschiedliche Kriterien maĂgeblich sein, so dass sich immer die Schwierigkeit ergibt, ein Rezept eindeutig zuzuordnen. Zudem sind auch innerhalb eines Kriteriums die ĂbergĂ€nge flieĂend â so lassen sich viele âmittelgroĂeâ Cocktails weder eindeutig als Shortdrink noch als Longdrink klassifizieren.
Eine offizielle, allseits anerkannte Systematik von Cocktailgruppen, in die sich jeder Drink zweifelsfrei zuordnen lieĂe, gibt es demzufolge nicht. Auch der Berufsverband International Bartenders Association (IBA) ordnete seine offiziellen IBA-Cocktails bis 2011 eher willkĂŒrlich und keinen einheitlichen Kriterien folgend verschiedenen Gruppen zu und unterschied dabei Pre-Dinner Cocktail, After-Dinner, Long Drink Style, Popular Cocktails sowie einen einzigen Special Cocktail.cite-ref-56[41] Ende 2011 wurde die Liste ĂŒberarbeitet, seither werden die Drinks nur noch sehr grob nach ihrer Entstehungszeit in den drei Gruppen The Unforgettables (unvergessliche Drinks), Contemporary Classics (zeitgenössische Klassiker) und New Era Drinks (etwa: Drinks des neuen Zeitalters) aufgefĂŒhrt.cite-ref-57[42]
Bekannte Cocktails
Ăber die Jahre haben sich Klassiker herausgebildet, die weltweit bekannt sind und deren Grundrezepturen immer wieder als Ausgangsbasis fĂŒr neue Kreationen und Varianten dienen. In der folgenden Liste finden sich international bekannte MixgetrĂ€nke mit ihren typischen Bestandteilen.
FĂŒr einige so genannte âIBA Cocktailsâ hat die International Bartenders Association (IBA) Standardrezepte in mehreren Kategorien veröffentlicht. DarĂŒber hinaus verzeichnet die Deutsche Barkeeper-Union (DBU) in ihrem Barhandbuch fĂŒr Einsteiger (2017) Rezepte der â30 wichtigsten Klassikerâ sowie 5 âModern Classicsâ. Alle IBA-Cocktails und die von der DBU definierten Klassiker sind in der Liste enthalten und entsprechend gekennzeichnet; die Legende findet sich am Abschnittsende.
SĂ€mtliche â auch hier nicht genannte â alkoholhaltige Cocktails mit Artikeln in der deutschsprachigen Wikipedia sind in der Kategorie Alkoholhaltiger Cocktail enthalten, darĂŒber hinaus gibt es die Kategorien Alkoholhaltiges HeiĂgetrĂ€nk und Cocktailgruppe.
2013 ergab eine Umfrage eines Reiseportals bei 500 Hotels weltweit als Rangfolge der in Hotelbars am hÀufigsten bestellten GetrÀnke: 1. Mojito, 2. Spritz, 3. Gin Tonic, 4. Caipirinha, 5. Martini Cocktail, 6. Bier, 7. Cosmopolitan, 8. Margarita, 9. Sex on the Beach, 10. Cuba Libre.cite-ref-58[43]
Champagner- und weitere Schaumwein-Drinks:
âą Champagne Cocktail:cite-ref-iba2-59-0[IBA 1] Champagner, Zucker, Angosturabitter
âą Kir Royal: Champagner, CrĂšme de Cassis
⹠Prince of Wales: Cognac oder Rye Whiskey, Likör, Angosturabitter, Champagner
âą Spritz Venezianocite-ref-iba3-60-0[IBA 2] bzw. Aperol Spritz:cite-ref-dbu1-61-0[DBU 1] WeiĂwein oder Prosecco, Bitter-Likör, Sodawasser
âą Old Cuban: Rum, Limette, Zuckersirup, Angostura, Minze, Champagner
âą Airmail: Rum, Limette, Honig, Champagner
Aromatische oder trockene Shortdrinks, einschlieĂlich Pre-Dinner-Cocktails (Aperitifs):
âą Dirty Martini:cite-ref-iba3-60-2[IBA 2] Variante mit Olivenlake
âą Pink Gin: Gin, Angosturabitter
⹠Derby:cite-ref-iba1-62-1[IBA 3] Gin, Pfirsichbitter, MinzeblÀtter
âą Bijou: Gin, Wermut, Chartreuse
âą Bronx: Gin, Wermut, Orangensaft
âą Rob Roy: Variante mit Scotch Whisky
SĂŒĂe oder cremige Shortdrinks, einschlieĂlich After-Dinner-Cocktails (Digestifs, Dessert-Cocktails):
⹠Golden Cadillac: Galliano, Kakaolikör, Sahne
⹠Golden Dream:cite-ref-iba2-59-6[IBA 1] Galliano, Orangenlikör, Orangensaft, Sahne
⹠Grasshopper:cite-ref-iba2-59-7[IBA 1] Kakaolikör, Pfefferminzlikör, Sahne
âą Porto Flip:cite-ref-iba1-62-9[IBA 3] Portwein, Cognac, Eigelb
⹠El Presidente: Rum, Orangenlikör, Wermut, Limettensaft, Grenadine
⹠Black Russian:cite-ref-iba2-59-8[IBA 1] Wodka, Kaffeelikör
⹠White Russian:cite-ref-dbu1-61-7[DBU 1] Wodka, Kaffeelikör, Sahne
⹠Espresso Martini:cite-ref-iba3-60-4[IBA 2] Wodka, Kaffeelikör, Espresso
⹠Apple Martini: Wodka, Apfellikör, Orangenlikör
⹠French Martini:cite-ref-iba3-60-5[IBA 2] Wodka, Himbeerlikör, Ananassaft
âą Rose:cite-ref-iba2-59-9[IBA 1] Kirschwasser, Wermut, Erdbeersirup
⹠Blood and Sand: Whisky, Kirschlikör, Wermut, Orangensaft
⹠Stinger:cite-ref-iba1-62-15[IBA 3] Weinbrand, Pfefferminzlikör
Shortdrinks auf Sour-Basis:
âą Whiskey Sour:cite-ref-iba1-62-16[IBA 3]cite-ref-dbu1-61-8[DBU 1] Whiskey, Zitronensaft, Zuckersirup
âą Whiskey Smash: Whiskey, Zitrone, Zuckersirup, Minze
âą Pisco Sour:cite-ref-iba3-60-7[IBA 2] Pisco, Limettensaft, Zuckersirup, Eiklar
âą Ti Punch: Rhum Agricole, Limettensaft, Zuckersirup
âą Hemingway Special, auch: Papa Doble, Hemingway Daiquiri, (Daiquiri) El Floridita:cite-ref-iba2-59-12[IBA 1] Rum, Limettensaft, Grapefruitsaft, Maraschino
âą Bacardi Cocktail:cite-ref-iba1-62-18[IBA 3] Rum, Limettensaft, Grenadine
âą Gin Basil Smash:cite-ref-dbu2-63-0[DBU 2] Gin, Zitronensaft, Zuckersirup, Basilikum
âą Daisy: Spirituose, Zitronensaft, Grenadine
âą Jack Rose: Applejack, Zitrussaft, Grenadine
âą Jack Rabbit: Applejack, Zitronensaft, Orangensaft, Ahornsirup
⹠Brandy Crusta: Weinbrand oder Cognac, Zitronensaft, Zuckersirup, Angostura, evtl. Likör
âą Tommyâs Margarita:cite-ref-iba3-60-8[IBA 2]cite-ref-dbu2-63-1[DBU 2] Tequila, Limettensaft, Agavensirup
âą Snap Dragon:cite-ref-dbu2-63-2[DBU 2] Tequila, Limettensaft, Holundersirup, Trauben
⹠White Lady:cite-ref-iba1-62-20[IBA 3] Gin, Zitronensaft, Orangenlikör
⹠Between the Sheets:cite-ref-iba1-62-21[IBA 3] Rum, Cognac, Zitronensaft, Orangenlikör
âą Blue Moon (Cocktail): Gin, Zitronensaft, CrĂšme de Violette
âą Aviation (Cocktail):cite-ref-iba1-62-22[IBA 3] Gin, Zitronensaft, Maraschino, CrĂšme de Violette
âą Last Word: Gin, Limettensaft, Maraschino, Chartreuse
âą Scarlett OâHara: Southern Comfort, Zitrussaft, Cranberrysaft
⹠Lemon Drop Martini:cite-ref-iba3-60-11[IBA 2] Zitronenwodka, Limettensaft, Orangenlikör
⹠Cosmopolitan:cite-ref-iba2-59-14[IBA 1]cite-ref-dbu1-61-14[DBU 1] Zitronenwodka, Limettensaft, Orangenlikör, Cranberrysaft
âą Clover Club:cite-ref-iba1-62-24[IBA 3] Gin, Zitronensaft, Himbeersirup (oder Grenadine), EiweiĂ
âą Pink Lady: Gin, Applejack, Zitronensaft, Grenadine, EiweiĂ
⹠Penicillin:cite-ref-dbu2-63-3[DBU 2] Scotch Whisky, Ingwerlikör, Zitronensaft, Honigsirup
âą Russian Spring Punch:cite-ref-iba3-60-13[IBA 2] Wodka, Zitronensaft, Zuckersirup, CrĂšme de Cassis
Longdrinks auf Sour-Basis:
âą Gin Fizz:cite-ref-iba1-62-25[IBA 3]cite-ref-dbu1-61-15[DBU 1] Gin, Zitronensaft, Zuckersirup, Sodawasser
âą Tom Collins:cite-ref-iba1-62-27[IBA 3]cite-ref-dbu1-61-16[DBU 1] Gin, Zitronensaft, Zuckersirup, Sodawasser (IBA: als Variante des John Collins)
âą John Collins:cite-ref-iba1-62-28[IBA 3] Whiskey, Zitronensaft, Zuckersirup, Sodawasser
Weitere Longdrinks sowie Highballs:
âą Whisky Soda: Scotch Whisky, Sodawasser
âą Whiskey Cola: Bourbon Whiskey, Cola
âą Moscow Mule:cite-ref-iba2-59-17[IBA 1]cite-ref-dbu1-61-20[DBU 1] Wodka, Limettensaft, Ginger Beer
âą Pimmâs Cup: Pimmâs (Likör), Limonade, Gurke und FrĂŒchte
âą (Lime) Rickey: Spirituose, Limette, Sodawasser
âą Paloma: Tequila, Grapefruitlimonade
âą Campari Orange: Campari, Orangensaft
âą Screwdriver:cite-ref-iba1-62-29[IBA 3] Wodka, Orangensaft
âą Sea Breeze:cite-ref-iba2-59-20[IBA 1] Wodka, Cranberrysaft, Grapefruitsaft
⹠Sex on the Beach:cite-ref-iba2-59-21[IBA 1] Wodka, Cranberrysaft, Orangensaft, Pfirsichlikör
⹠Straits Sling: Gin, Kirschlikör, Bénédictine, Zitronensaft, Bitters, Sodawasser
⹠Singapore Sling:cite-ref-iba2-59-22[IBA 1]cite-ref-dbu1-61-21[DBU 1] Gin, Kirschlikör, Bénédictine, Orangenlikör, Limettensaft, Grenadine, Bitters, Ananassaft
âą Tequila Sunrise:cite-ref-iba2-59-23[IBA 1]cite-ref-dbu1-61-22[DBU 1] Tequila, Orangensaft, Zitronensaft, Grenadine
⹠Long Island Iced Tea:cite-ref-iba2-59-24[IBA 1]cite-ref-dbu1-61-23[DBU 1] Gin, Rum, Wodka, Tequila, Orangenlikör, Zitronensaft, Cola
Tropical, Karabik- und Tiki-Drinks:
⹠Mai Tai:cite-ref-iba2-59-25[IBA 1]cite-ref-dbu1-61-24[DBU 1] Rum, Orangenlikör, Mandelsirup, Limettensaft, Zuckersirup
âą Planterâs Punch:cite-ref-iba1-62-30[IBA 3]cite-ref-dbu1-61-25[DBU 1] Rum, Zitrussaft, FruchtsĂ€fte, Grenadine
âą Hurricane:cite-ref-dbu1-61-27[DBU 1] Rum, Limettensaft, Maracujasirup
âą Colada: Drink-Gruppe mit Kokos und Sahne
⹠Swimming Pool: Rum, Wodka, Kokos, Ananassaft, Sahne, Blue Curaçao
âą Painkiller: Rum, Kokos, Ananas- und Orangensaft
⹠(Rum) Swizzle: Rum, FruchtsÀfte, Falernum (Limetten-Nelken-Likör) oder Sirup
âą SangrĂa: Spirituosen, Wein, Fruchtsaft, FrĂŒchte
⹠Batida: Cachaça, Fruchtsaft
WĂŒrzige MixgetrĂ€nke:
âą Bull Shot: Wodka, RinderbrĂŒhe, GewĂŒrze
âą Vampiro:cite-ref-iba3-60-15[IBA 2] Tequila, ZitrussĂ€fte, Honig, Chili, Zwiebeln, GewĂŒrze
HeiĂe MixgetrĂ€nke (âHot Drinksâ):
âą Irish Coffee:cite-ref-iba2-59-28[IBA 1] Irish Whiskey, Kaffee, Zucker und Sahne
âą Brandy Egg Nog: Weinbrand, Zucker, Ei(gelb), Milch
âą Tom and Jerry: Weinbrand, Rum, Ei, Zucker, Milch oder Wasser
âą Blue Blazer: Whiskey oder Weinbrand, kochendes Wasser, Zucker
âą Grog: Rum, Zucker, Wasser
âą Hot Buttered Rum: Grog mit Butter und GewĂŒrzen
âą Hot Toddy: Spirituose, Zucker, Wasser, GewĂŒrze
⹠Jagertee: InlÀnder-Rum, schwarzer Tee
Legende: IBA-Cocktails
cite-note-iba2-59IBA 1. â âIBA Cocktailâ in der Kategorie Contemporary Classics (zeitgenössische Klassiker) mit Standardrezept der International Bartenders Association (IBA), Stand: 15. Februar 2012.
cite-note-iba3-60IBA 2. â âIBA Cocktailâ in der Kategorie New Era Drinks (Drinks des neuen Zeitalters) mit Standardrezept der International Bartenders Association (IBA), Stand: 15. Februar 2012.
cite-note-iba1-62IBA 3. â âIBA Cocktailâ in der Kategorie The Unforgettables (Die Unvergesslichen) mit Standardrezept der International Bartenders Association (IBA), Stand: 15. Februar 2012.
Legende: DBU-Cocktails
cite-note-dbu1-61DBU 1. â Gehört zu den 30 wichtigsten Klassikern, mit Standardrezept veröffentlicht in: Das Barhandbuch fĂŒr Einsteiger. Deutsche Barkeeper-Union (DBU), Lauffen am Neckar 2017.
cite-note-dbu2-63DBU 2. â Gehört zu den fĂŒnf Modern Classics, mit Standardrezept veröffentlicht in: Das Barhandbuch fĂŒr Einsteiger. Deutsche Barkeeper-Union (DBU), Lauffen am Neckar 2017.
Bestandteile von Cocktails
Cocktails enthalten fĂŒr gewöhnlich etwa 6 cl alkoholischer Zutaten, dies ist zugleich die international ĂŒbliche Menge fĂŒr die meisten Shortdrinks, wenn sie keine weiteren, nicht-alkoholischen Zutaten enthalten. Hinzu kommen etwa 1â2 cl Schmelzwasser. Longdrinks enthalten 16 cl und mehr FlĂŒssigkeit.cite-ref-65[44.1]
Grundkomposition
Zu den wichtigsten Mix-Zutaten gehören die Spirituosen Gin, Wodka, Whisky und Whiskey, Brandy, Rum, Tequila und Cachaça, weiterhin Liköre, Wermut (Vermouth) und Champagner. Sie bilden die sogenannte Basis der meisten Cocktails. Die Basis ist fast immer der Hauptbestandteil eines Drinks, hat oft auch mengenmĂ€Ăig den gröĂten Anteil an der GesamtflĂŒssigkeit und gibt, Wodka ausgenommen, die Geschmacksrichtung vor.cite-ref-66[44.2] Beim Whiskey Sour ist die Basis also Whiskey, beim Gimlet gewöhnlich Gin, beim Daiquiri Rum. In einigen Drinks bilden auch zwei, selten drei Spirituosen gemeinsam die Basis.
Zweitwichtigster Bestandteil ist der Modifier (auch Aromageber), der die Richtung des Cocktails mitbestimmt, jedoch die Grundrichtung der Basis nicht komplett verÀndert. Typische Modifier sind Wermut, Liköre und ObstbrÀnde, ZitrussÀfte sowie Sirups. In einem Tequila Sunrise ist Grenadine der Modifier zur Basis Tequila, in einem klassischen Martini auf Gin-Basis ist es der Wermut, in einem Zombie (Basis: verschiedene Rums) sind die Modifier Apricot Brandy, Grenadine und Zitronensaft.
Viele Cocktails enthalten noch einen Flavoring Part, das heiĂt kleinste Mengen von Cocktail-Bitters, aromatischen Spirituosen, Likören oder Sirups. Sie bestimmen oft die Farbe oder runden den Drink geschmacklich ab, mĂŒssen aber sparsam eingesetzt werden, um den Drink nicht ungenieĂbar zu machen.cite-ref-67[44.3] Bitters wie Angostura oder Peychaudâs werden in der Regel nur tropfenweise eingesetzt.
Mixer oder Filler sind schlieĂlich Zutaten, die einen Drink durch mehr FlĂŒssigkeit âverlĂ€ngernâ, dabei den Alkoholgehalt reduzieren und einen ursprĂŒnglich âhartenâ Geschmack abrunden, jedoch ohne die Grundrichtung zu ĂŒberdecken. So besteht ein Gin Tonic aus der Basis (Gin) und dem Mixer/Filler Tonic Water, bei der Bloody Mary ist Tomatensaft der Filler. Ăbliche Filler sind Sodawasser, Tonic, Cola, Ginger Ale bzw. Ginger Beer, Bitter Lemon und andere kohlensĂ€urehaltige GetrĂ€nke, FruchtsĂ€fte (vor allem Orangensaft, Maracujasaft, Ananassaft, Cranberrysaft) sowie Wein, Sekt und Champagner.
Alkoholfreie Zutaten
ZitrussĂ€fte spielen eine besonders wichtige Rolle in vielen Cocktails. Zitronen- oder Limettensaft bilden zusammen mit einer Spirituose und Zuckersirup oder kombiniert mit einem sĂŒĂen Likör das GrundgerĂŒst fĂŒr die gröĂte und wichtigste Drink-Gruppe, die Sours. WĂ€hrend vor allem in den USA lange Zeit industriell hergestellte, fertige Zucker-Zitronensaftmischungen (sog. Sour Mix) verwendet wurden, hat es sich mittlerweile durchgesetzt, ausschlieĂlich frisch gepresste SĂ€fte zu verwenden. Eine Lagerzeit von wenigen Stunden soll dem Geschmack von ZitrussĂ€ften dabei nicht abtrĂ€glich sein und wird teilweise sogar als Vorteil gesehen. Von der Verwendung industriell abgefĂŒllter und verpackter ZitrussĂ€fte (insbesondere Zitronen- oder Limettensaft) wird in der Fachliteratur jedoch einhellig abgeraten.
Zucker ist, neben Alkohol, der wichtigste GeschmackstrĂ€ger in Cocktails und wird an der Bar meist in Form von Zuckersirup (LĂ€uterzucker) verwendet, da dieser sich leichter mit anderen Zutaten verbindet. Das GewichtsverhĂ€ltnis von Zucker und Wasser bei der Herstellung (meist zwischen 1:1 und 2:1) muss bei der Dosierung berĂŒcksichtigt werden. Einige Barkeeper bevorzugen Puderzucker, der sich ebenfalls leicht löst. In englischsprachigen Rezepten ist die Angabe simple syrup fĂŒr einen 1:1-Zuckersirup ĂŒblich, dieser hat einen SĂŒĂegrad von 50 °Brix. Das Standardwerk Cocktailian empfiehlt, 2:1-Zuckersirup selbst herzustellen und zu verwenden, dessen SĂŒĂegrad von 65 °Brix ungefĂ€hr den meisten industriell hergestellten Zuckersirups entspricht, also einer nahezu gesĂ€ttigten Lösung.cite-ref-68[40.2]
Eier wurden frĂŒher sehr oft in Cocktails verwendet. Das EiweiĂ trĂ€gt z. B. in einem Sour zu einer leichten Schaumbildung auf dem Drink bei und sorgt fĂŒr ein rundes MundgefĂŒhl (âUmamiâ).cite-ref-69[40.3] Beispiele sind Clover Club und Silver Fizz. Eigelb ist charakteristisch fĂŒr Flips oder auch die in den 1960er Jahren in Deutschland beliebten Knickebeins.
Sahne ist mit einem Fettgehalt von etwa 30 % ein natĂŒrlicher AromatrĂ€ger und findet sich in vielen Dessertcocktails wie Alexander und Grasshopper, aber auch in Coladas und vielen Fancy Drinks.
Mit der Renaissance der Barkultur seit der Jahrtausendwende haben auch wieder verstĂ€rkt frische Zutaten wie frisch gepresste SĂ€fte, frisches Obst und GemĂŒse, selbst hergestellte Sirups, GewĂŒrze und KrĂ€uter Einzug in die Bars gehalten. Bei Verwendung vieler Zutaten aus der KĂŒche spricht man von Cuisine Style.
Eis
Eine oft unterschĂ€tzte Zutat an der Bar ist das Eis. Ohne Eis hĂ€tten Cocktails und Longdrinks nie ihren heutigen PopularitĂ€tsgrad erreicht, heiĂt es im Cocktailian, und weiter: âSeine kĂŒhlende Wirkung und das Schmelzwasser sowie seine physikalischen Eigenschaften, die nötig sind, um verschiedene Zutaten aromatisch zu verbinden, machen es zum essenziellen Bestandteil gemischter Drinks.âcite-ref-70[40.4]
Bis auf die wenigen Hot Drinks werden Cocktails immer mit Eis zubereitet und eiskalt serviert. Eine gewisse VerdĂŒnnung durch beim RĂŒhren oder SchĂŒtteln entstehendes Schmelzwasser (1â2 cl) ist dabei erwĂŒnscht und spielt gerade in stark alkoholischen Shortdrinks wie dem Martini eine wichtige geschmackliche Rolle.
Man unterscheidet an der Bar verschiedene Arten von Eis:
âą EiswĂŒrfel (englisch: ice cube): WĂŒrfel mit einer KantenlĂ€nge von 2 bis etwa 4 cm. EiswĂŒrfel werden zum Shaken und RĂŒhren von Drinks verwendet und dienen in Longdrinks und bei âon the rocksâ (auf EiswĂŒrfeln) servierten Cocktails dazu, die FlĂŒssigkeit lĂ€nger kĂŒhl zu halten. Eismaschinen produzieren hĂ€ufig nur HohleiswĂŒrfel (die im Drink zu schnell verwĂ€ssern) oder ungleichmĂ€Ăige Formen; spezielle GerĂ€te können aber auch gleichmĂ€Ăige VolleiswĂŒrfel mit etwa 3â4 cm KantenlĂ€nge ohne TrĂŒbungen oder LufteinschlĂŒsse herstellen.
âą Cracked Ice (von englisch crack: zerschlagen): bevor im 20. Jahrhundert GefrierschrĂ€nke und EiswĂŒrfelmaschinen Einzug in die Bars hielten, wurde Eis in gröĂeren Blöcken im Eisschrank gelagert und fĂŒr die Zubereitung von Drinks mittels Eispickel und Hammer in kleinere, ungleichmĂ€Ăige StĂŒcke zerkleinert und wie EiswĂŒrfel verwendet. Einige Bars verwenden diese Technik auch heute wieder.
âą Crushed Ice (von englisch crush = zerstoĂen): Feinkörniges Eis mit schnellem Schmelzeffekt. Dazu werden (meist maschinell hergestellte) Voll- oder HohleiswĂŒrfel in einem Eiscrusher zerkleinert. Da Crushed Ice dabei schnell verwĂ€ssert, wird es danach oft bis zur Verwendung erneut eingefroren (âdoppelt gefrostetâ). Es gibt auch spezielle Eismaschinen fĂŒr Crushed Ice. Crushed Ice wird vor allem fĂŒr Karibik- und Fancy-Drinks verwendet und eignet sich zur Herstellung von Frozen Drinks im elektrischen Mixer (engl. Blender).
âą Eiskugel (englisch: ice ball): Anstatt auf EiswĂŒrfeln werden Drinks in jĂŒngster Zeit verstĂ€rkt auf etwa 5 cm groĂen Eiskugeln serviert, die den Drink sehr lange kĂŒhlen und die in speziellen Kunststoff- oder Silikonformen gefroren, aus einem gröĂeren Eisblock herausgeschmolzen oder mit einem scharfen Messer von Hand geschnitzt werden. In Japan hat sich das Schnitzen (engl. carving) von Eiskugeln, Eisdiamanten und anderen Formen in den letzten Jahren zu einem Trend entwickelt und wird inzwischen in Bars weltweit praktiziert.
Weitere, weniger gebrĂ€uchliche Eisformen sind Cubletts (Mini-EiswĂŒrfel mit kleiner KantenlĂ€nge, in den USA und Kanada hĂ€ufig zum Blenden im elektrischen Mixer verwendet), Cobbler Ice (grob geschlagenes Crushed Ice, ideal fĂŒr Caipirinhas) und Shaved Eis (geschabtes Eis, von engl. shave = rasieren: fast schneeartiges Eis, das mit Schabern oder Krallen vom Eisblock gekratzt wird). DarĂŒber hinaus gibt es Förmchen fĂŒr die verschiedensten EiswĂŒrfelformen, die jedoch in Bars nur selten zum Einsatz kommen. EiswĂŒrfel können auch mit Lebensmittelfarbe oder Barsirups eingefĂ€rbt werden oder als Garniturelement eingeschlossene FrĂŒchte oder BlĂŒten enthalten.
Zum Shaken oder RĂŒhren von Cocktails wird in Bars ĂŒblicherweise Eis aus Eismaschinen verwendet, das in der Regel nur eine Temperatur von wenigen Grad unter dem Gefrierpunkt hat. Es kĂŒhlt einen Drink jedoch schneller als tiefgefrorenes Eis, verwĂ€ssert ihn aber zugleich stĂ€rker. Der KĂŒhlungseffekt von Eis ist beim Ăbergang vom festen in den flĂŒssigen Zustand am stĂ€rksten. Wird also extrem kaltes Eis verwendet, muss entsprechend lĂ€nger gerĂŒhrt oder geschĂŒttelt werden, um bei geringfĂŒgig weniger VerwĂ€sserung den gleichen KĂŒhleffekt zu erzielen, so dass doppelt gefrostetes (also nach der Herstellung nochmals eingefrorenes und auf â15 bis â20 °C heruntergekĂŒhltes Eis) im praktischen Bar-Einsatz keinen spĂŒrbaren Vorteil beim Shaken oder RĂŒhren bietet.cite-ref-wrage-71-0[45] Anders sieht es jedoch beim KĂŒhlhalten des fertigen GetrĂ€nks aus: Als EiswĂŒrfel in Longdrinks oder fĂŒr âon the rocksâ servierten GetrĂ€nken eignet sich tiefgefrorenes (âdoppelt gefrostetesâ) Eis besser, da es langsamer schmilzt und das GetrĂ€nk ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum kalt hĂ€lt, ohne es zu verwĂ€ssern.cite-ref-wrage-71-1[45]
Zubereitung
Charakteristisch fĂŒr alle Cocktails ist, dass sie erst unmittelbar vor dem Genuss einzeln und individuell fĂŒr den Gast zubereitet werden. Eine Ausnahme bilden lediglich Punch und Bowlen. Bei der Zubereitung werden sowohl gewöhnliche KĂŒchengerĂ€te als auch einige spezielle Barwerkzeuge verwendet.
Abmessen der FlĂŒssigkeiten
Das exakte Abmessen der flĂŒssigen Zutaten erfolgt mit einem Messbecher (Jigger) oder durch sogenanntes Freepouring. Mittels AusgieĂern, die auf die Flaschen gesteckt werden, lassen sich dabei mit einiger Ăbung die ausgegossenen Mengen genau dosieren. GeĂŒbte Barkeeper können dadurch sogar beidhĂ€ndig arbeiten und ihr Arbeitstempo beschleunigen.
In Rezepten werden FlĂŒssigkeitsmengen im deutschsprachigen Raum meist in Centilitern (cl) angegeben, international auch oft in Millilitern (ml), in den USA in (US) fluid ounces (fl. oz. oder oz, wobei 1 oz etwa 29,6 ml, in der Praxis also gerundet 3 cl entspricht). Dieses MaĂ wurde auch Pony genannt. Weitere historische BarmaĂe sind dram (dr) = 1â8 oz (â 3,7 ml), teaspoon (tsp) = 2 dr = 1â6 oz oder 12 Dashes (â 5 ml), tablespoon (Tbsp) = 1â2 oz. (â 15 ml), jigger (jig) = 3 Tbsp = 1,5 oz. (â 45 ml), cocktail glass = oft 2 oz (â 60 ml), wineglass = oft 2 oz (â 60 ml), gill (gi) â 120 ml, split = 1â4 oder 1â2 Weinflasche (bei einer 0,2 gal-Flasche also 6,3 oz. â 187 ml, bzw. 12,6 oz. â 375 ml), cup (cp) = 2 gi = small tumbler = 4 oz. (â 240 ml), pint (pt) = large tumbler = 2 cp = 16 oz. (â 480 ml), quart (qt) = 2 pt = 32 oz (knapp 1 Liter), gallon (gal) = 16 cp = 4 qt (â 3,8 Liter).cite-ref-74[47] Die alte britische imperial ounce ist kleiner (1 oz. â 28,4 ml) als die amerikanische, da 1 (imp.) gill jedoch 5 oz. entspricht, sind pint, quart und gallon jeweils 20 % gröĂer. Mit der Angabe Shot können in Cocktail-Rezepten unterschiedliche Mengen gemeint sein, meist 1 oder 1 œ oz, Simon Difford empfiehlt fĂŒr seine Rezepte 25 ml.
Seltener wird die Zusammensetzung eines Drinks in Zehntel- oder Sechstel-Teilen (engl. part) oder Bruchteilen vom Ganzen (1â2, 1â3, 1â4 etc.) vermerkt. DarĂŒber hinaus sind folgende Angaben international ĂŒblich:
âą 1 Barlöffel (kurz BL, engl. barspoon, kurz bsp) = etwa 0,5 cl (1 gröĂerer Teelöffel). Die stöĂelartige RĂŒckseite vieler Barlöffel eignet sich zudem zum AndrĂŒcken von FrĂŒchten, KrĂ€utern oder ZuckerwĂŒrfeln.
âą 1 Dash = 1 Spritzer. Je nach FlĂŒssigkeit kann die tatsĂ€chliche Menge dabei zwischen wenigen Tropfen (bei Bitters) und einigen ml variieren, ist aber meist geringer als 1 BL.
StöĂeln (âmuddelnâ)
Seit den 1990er Jahren werden zunehmend frische Zutaten in Bars verwendet und eine neue Technik trat hinzu: das ZerstoĂen oder âmuddelnâ mit einem StöĂel (engl. muddler). Mit diesem etwa 20 cm langen Mörser aus Holz, Metall oder Kunststoff werden im Shaker die Aromen aus FrĂŒchten, KrĂ€utern oder GewĂŒrzen extrahiert. So zerdrĂŒckt man beispielsweise die LimettenstĂŒcke in einer Caipirinha, um ihren Saft und Ă€therische Ăle aus der Schale freizugeben.
Mixen und KĂŒhlen
Um die Zutaten zu vermischen und rasch herunterzukĂŒhlen, haben sich verschiedene Grundtechniken herausgebildet:
âą schĂŒtteln (shaken): Die hĂ€ufigste Zubereitungsart, vor allem fĂŒr Cocktails, die SĂ€fte, Ei oder Sahne enthalten. Ein Cocktail-Shaker wird mit EiswĂŒrfeln und den flĂŒssigen Zutaten gefĂŒllt, verschlossen und etwa 10 bis 20 Sekunden lang â bei schwer vermischbaren Zutaten wie in einem Ramos Gin Fizz auch lĂ€nger â krĂ€ftig geschĂŒttelt. Hard shake bezeichnet besonders krĂ€ftiges SchĂŒtteln, eine Technik, die vor allem der japanische Barkeeper Kazuo Uyeda perfektioniert hat. Bei einem Dry shake wird ausnahmsweise zunĂ€chst ohne Eis (jedoch oft mit der Metallspirale eines Barsiebes im Shaker) geschĂŒttelt, damit mehr Schaum entsteht. Beim Speedshake, der vor allem in Discos und beim Flairbartending fĂŒr groĂe Fancy- und Karibik-Drinks Anwendung findet, wird nur ein Shaker-Oberteil auf das spĂ€tere GĂ€steglas gesetzt und direkt darin geschĂŒttelt. Der so entstandene Drink wird dann nicht mehr abgeseiht, sondern ausnahmsweise mit dem Shake-Eis serviert.
âą rĂŒhren (engl. stir): Cocktails, die nur alkoholische Zutaten enthalten, welche sich leicht miteinander verbinden, werden in der Regel auf Eis gerĂŒhrt, da sie beim SchĂŒtteln trĂŒb wĂŒrden. Dies geschieht in einem RĂŒhrglas oder dem Glasteil eines Boston Shakers mit Hilfe eines langstieligen Barlöffels. Klassische Beispiele sind Martinis und Manhattan.
âą mixen (engl. blend): Alle Zutaten werden, meist mit Crushed Ice, in einem Standmixer (engl. blender) vermischt. Ăbliche Technik fĂŒr Frozen Drinks, Tiki-Cocktails und generell Cocktails, deren Zutaten sich sonst nur schwer verbinden, z. B. Piña Coladas.
âą (im Glas) bauen (engl. build in glass): Die flĂŒssigen Zutaten werden auf Eis direkt im GĂ€steglas durch kurzes RĂŒhren miteinander vermischt. HĂ€ufig bei Longdrinks mit wenigen Zutaten (z. B. Spirituose und Saft), solche mit kohlensĂ€urehaltigen Fillern, die nicht geschĂŒttelt werden dĂŒrfen, wie Highballs, Collinses und Champagner-Cocktails und Drinks mit rein alkoholischen Zutaten, die aber ohnehin auf Eis serviert werden, z. B. Rusty Nail.
âą schichten (engl. layer): Eine Besonderheit bilden Pousse CafĂ©s, bei denen mehrere Liköre mit Hilfe eines Barlöffels vorsichtig ĂŒbereinander geschichtet werden, so dass sie sich im Glas nicht vermischen. Hierbei wird ausnahmsweise kein Eis verwendet.
âą werfen (engl. throw): eine im 19. Jahrhundert verbreitete Technik, bei der sich die Zutaten vermischen, indem man sie mehrmals â oft publikumswirksam in hohem Bogen â von einem in einen anderen Becher gleiten lĂ€sst. Cocktails mit Sahne, FruchtsĂ€ften, Eier und Sirups sollten jedoch besser geschĂŒttelt werden.
Abseihen und Servieren
Sofern nicht schon im GĂ€steglas gemixt wurde, wird die fertige Mischung schlieĂlich in ein passendes Glas abgeseiht (engl. strain): dabei hĂ€lt ein Barsieb (engl. Strainer) das angeschmolzene Eis im Shaker zurĂŒck oder es wird ein dreiteiliger Cocktail-Shaker mit integriertem Sieb im Oberteil verwendet. Das Eis im Shaker wird stets weggeschĂŒttet. Beim doppelt Abseihen (engl. double strain oder finestrain) wird unter das Barsieb noch ein kleines, engmaschiges KĂŒchensieb (Teesieb) gehalten, um auch feinste Eissplitter oder kleine Partikel frischer Zutaten wie KrĂ€uter, GewĂŒrze oder FrĂŒchte herauszufiltern.
Bei Longdrinks dient dann frisches Eis im Trinkglas dazu, das GetrĂ€nk weiter kĂŒhl zu halten. EiswĂŒrfel haben dabei nicht, wie oft angenommen wird, den Zweck, eine gröĂere FĂŒllmenge vorzutĂ€uschen und dem Gast vermeintlich teure FlĂŒssigkeit vorzuenthalten, sondern ein schnelles Abschmelzen und VerwĂ€ssern des Drinks zu verhindern.cite-ref-75[46.2] Klassische Shortdrinks werden hingegen in der Regel âstraight upâ, also ohne Eis getrunken, das gilt insbesondere, wenn in einem Stielglas wie Cocktail- oder Martinischale, Margaritaglas, Sourglas etc. serviert wird. Diese GlĂ€ser werden oft vorgekĂŒhlt, indem man sie bis zur Verwendung im Gefrierschrank aufbewahrt oder wĂ€hrend der Zubereitung des Drinks mit Eis und etwas kaltem Wasser fĂŒllt, welches vor dem Abseihen weggeschĂŒttet wird. Werden Drinks auf EiswĂŒrfeln serviert, heiĂt das on the rocks.
Siehe auch
:
Barwerkzeug
CocktailglÀser
Cocktails werden stets in einem passenden, sauberen, trockenen und ggf. vorgekĂŒhlten Cocktailglas serviert.
FĂŒr die meisten Shortdrinks eignet sich eine Cocktailschale (auch Coupette), alternativ ein kleiner Weinkelch oder eine Sektschale. Eine Variante der Cocktailschale ist das trichterförmige Martiniglas (Cocktailspitz), in dem neben Martinis auch viele andere Drinks serviert werden können. FĂŒr Sours werden oft StielglĂ€ser mit tulpenförmiger Kuppa Ă€hnlich Sekt- oder SĂŒdweinglĂ€sern verwendet. FĂŒr alle Shortdrinks in StielglĂ€sern gilt, dass sie ohne Eis im Glas und ohne Trinkhalm gereicht werden. Damit der frisch zubereitete Drink lĂ€nger kalt bleibt, sollten die GlĂ€ser vor dem Abseihen vorgekĂŒhlt (âgefrostetâ) werden.
Weitere spezielle Formen fĂŒr CocktailglĂ€ser sind das Hurricaneglas und andere, sogenannte FancyglĂ€ser, vor allem fĂŒr exotische und fruchtige Drinks. DarĂŒber hinaus gibt es BecherglĂ€ser (unter anderem Tumbler, Fizz-, Highball- oder LongdrinkglĂ€ser) in allen erdenklichen GröĂen und Formen. In ihnen werden Short- oder Longdrinks meist âon the rocksâ, also mit frischen EiswĂŒrfeln im Glas serviert.
Anders als bei Wein, Sekt oder Champagner ĂŒblich wird ein leeres Cocktailglas nicht nachgefĂŒllt, sondern fĂŒr jeden Drink ein frisches Glas verwendet. Ausnahmen bilden lediglich Punch, Bowlen und sogenannte Pitcher Drinks, die in einem Krug fĂŒr eine gröĂere Runde auf den Tisch kommen. Zur Pur-Verkostung von Spirituosen eignen sich spezielle Nosing-GlĂ€ser.
Siehe auch
:
Cocktailglas
Garnitur
Neben dem richtigen Glas bietet vor allem die Garnitur die Möglichkeit, den Cocktail durch weitere Aromen zu ergĂ€nzen, sowie ins rechte Licht zu rĂŒcken. Klassische Cocktails erhalten dabei in der Regel nur eine sparsame, teilweise gar keine Garnitur, was auch damit zusammenhĂ€ngen mag, dass in ihrer Entstehungszeit keine vergleichbar groĂe Auswahl an frischem Obst und anderen frischen Zutaten das ganze Jahr ĂŒber verfĂŒgbar war, wie wir es heute kennen.cite-ref-76[46.3] Besonders ĂŒppig werden oft Fancy-Drinks und tropische Cocktails dekoriert, FrĂŒchte werden dabei meist an einem CocktailspieĂ befestigt. Allerdings warnt Charles Schumann: âEin Cocktail ist fĂŒr mich kein Obst- und GemĂŒsesalat und schon gar nicht geeignet fĂŒr Regenschirmchen oder Nationalflaggen. Amerikaner, die sich vor der Phantasie solcher BarmĂ€nner fĂŒrchten, verlangen deswegen bei ihren Drinks 'no vegetables please'.âcite-ref-77[44.4]
Typische Cocktailgarnituren sind
âą ZitrusfrĂŒchte (Zitronen, Limetten, Orangen, je nachdem, welcher Saft im Drink enthalten ist)
âą Zeste, Twist: ein meist daumengroĂes, sehr dĂŒnnes StĂŒck der Ă€uĂeren Schale (ohne das bittere WeiĂe, engl. pith) unbehandelter FrĂŒchte. Oft werden Shortdrinks mit einem Twist âabgespritztâ, indem man die Enden des SchalenstĂŒcks rasch gegeneinander verdreht (engl. twist), damit die heraus spritzenden Ă€therischen Ăle die OberflĂ€che des Cocktails benetzen. Ebenso wird auch oft der Glasrand eingerieben und die Zeste anschlieĂend in den Drink gegeben. Eine Besonderheit ist das âFlambierenâ (engl. flame) eines Drinks: dazu wird eine zuvor erwĂ€rmte Twist ruckartig zusammengepresst und gleichzeitig eine Streichholz- oder Feuerzeugflamme ĂŒber den Drink gehalten, so dass der feine Nebel aus Ă€therischen Ălen mit heller Flamme verpufft â ein vor allem optischer, aber auch olfaktorischer Effekt.
âą Scheibe: wird oft an den Glasrand gesteckt oder hineingegeben
âą Spirale: mit einem Zitronendekoriermesser wird ein langes, dĂŒnnes, spiralförmiges SchalenstĂŒck abgeschnitten und meist ĂŒber den Glasrand gehĂ€ngt.
âą Spalte, Schnitz (engl. wedge): eine Limette oder Zitrone wird je nach GröĂe lĂ€ngs in Viertel, Sechstel oder Achtel geteilt und der Schnitz dann oft ĂŒber dem Drink ausgedrĂŒckt und danach hineingegeben.
âą Cocktailkirsche: Sie wird entweder in den Drink gegeben oder, oft zusammen mit anderen FrĂŒchten, auf einem SpieĂ am Glasrand befestigt. Bevorzugt werden zuvor in Maraschino eingelegte Kirschen anstelle der kĂŒnstlich gefĂ€rbten, kandierten Belegkirschen verwendet.
⹠frische Minze: hat nicht nur einen dekorativen Effekt, beim Trinken strömt ihr Aroma in die Nase.
âą frische FrĂŒchte: ganze Physalis, Beeren, Kirschen, Weintrauben; Scheiben, Spalten oder StĂŒcke von Ananas, Kiwis, Melonen, Karambole, Feigen, Kumquats, Ăpfeln, Birnen usw. FrĂŒchte werden entweder direkt an den Glasrand gesteckt oder auf einem CocktailspieĂ befestigt und auf das Glas gelegt. Sie eignen sich auch zur Herstellung von kleinen Figuren.
âą essbare BlĂŒten: frisch, getrocknet oder in Sirup eingelegt von ungespritzten Pflanzen, z. B. von Apfel, Begonie, Chrysanthemen, Dahlien, Fenchel, GĂ€nseblĂŒmchen, Gladiolen, Herbstastern, Holunder, Jasmin, Kapuzinerkresse, Koriander, Lavendel, Löwenzahn, Rosen, Rosmarin, Salbei, Thymian, Veilchen oder Zwiebeln.cite-ref-78[46.4]
âą Muskatnuss: wird frisch auf die Schaumkrone eines Drinks gerieben, historisch besonders beliebt bei Rum Punches (siehe Punsch), aber auch auf sahnigen Drinks wie dem Alexander.
⹠Kakaopulver: auf den Cocktail gestÀubt, bei sahnigen Dessertdrinks beliebt, z. B. Golden Cadillac.
âą Zuckerrand, Salzrand: der oberste Glasrand wird befeuchtet, in dem man beispielsweise ein StĂŒck Zitrone oder Limette darĂŒber reibt, anschlieĂend wird die AuĂenseite des Glases vorsichtig in feinem Zucker, Vanillezucker, Zimtzucker, gefĂ€rbtem Zucker oder Salz gewendet, so dass am oberen Rand eine wenige Millimeter breite Kruste entsteht. Ein Zuckerrand ist typisch fĂŒr Crustas, ein Salzrand fĂŒr Margaritas.
GrundsĂ€tzlich muss die Dekoration farblich, geschmacklich und in der GröĂe zum Drink und seinen Zutaten passen. Garnituren sollten gröĂtenteils essbar (jedoch nicht sĂ€ttigend) sein und aus wenigen Elementen bestehen.
FĂŒr einige Klassiker haben sich feste Garnituren etabliert. So enthĂ€lt ein Martini Dry eine ungefĂŒllte Olive am CocktailspieĂ, alternativ wird der Drink mit einer Zitronenzeste abgespritzt und diese anschlieĂend hineingegeben (engl. twist & drop). Ein Gibson ist ein Martini mit Perlzwiebeln, in den Manhattan gibt man eine Cocktailkirsche, in einen Pimmâs Cup oft ein StĂŒck Gurkenschale, ein Mint Julep wird mit einem MinzstrĂ€uĂchen verziert, eine Margarita mit Salzrand sowie Limettenschnitz oder -scheibe, Sours oft mit einer Cocktailkirsche.
Viele Longdrinks werden mit Trinkhalm serviert, teilweise tritt noch ein RĂŒhrstab (engl. Stirrer) hinzu, mit dem der Gast seinen Drink selbst umrĂŒhren kann. Shortdrinks, zumal solche in StielglĂ€sern, die ohne Eis serviert werden, benötigen keinen Trinkhalm; bei Drinks, die auf Crushed Ice serviert werden, ist er hingegen immer erforderlich. Fancy-Drinks und Tropicals werden oft mit zwei Trinkhalmen oder solchen mit groĂem Durchmesser serviert, da ein dĂŒnner Halm durch FruchtstĂŒckchen oder Eis verstopfen könnte.
Da sich an CocktailglĂ€sern durch die kalte FlĂŒssigkeit Kondenswasser bildet, werden sie auf Untersetzern oder einer kleinen Cocktailserviette abgestellt.
Literatur
Folgend einige der wichtigsten Standardwerke. Literatur speziell zur Geschichte des Cocktails ist im entsprechenden Abschnitt aufgefĂŒhrt.
âą David Wondrich, Noah Rothbaum: The Oxford Companion to Spirits and Cocktails. Oxford University Press, New York 2021, ISBN 978-0-19-931113-2. Dieser Sammelband entstand ĂŒber fast zehn Jahre und enthĂ€lt ĂŒber 1150 BeitrĂ€ge von 150 Autoren. Die AufsĂ€tze behandeln Cocktails und Spirituosen sowie ihre Geschichte, regionale Herkunft, Herstellung und Zubereitung.cite-ref-79[48]
âą Helmut Adam, Jens Hasenbein, Nils Wrage: Cocktails. Geschichte â Barkultur â Rezepte. Hallwag (Imprint von GrĂ€fe und Unzer, Ganske Verlagsgruppe), MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-8338-5725-6. Cocktail-Geschichte und Entwicklung der Barkultur, Arbeitstechniken, Barausstattung und zahlreiche bebilderte Rezepte, jedoch nur knappe Warenkunde.
âą Simon Difford: Diffordâs Guide to Cocktails, No. 12. Odd Firm of Sin (Selbstverlag), London 2016, ISBN 978-0-9576815-3-8 (englisch). Darstellung von Arbeitstechniken und gröĂte international orientierte Rezeptsammlung mit weit ĂŒber 3.000 bewerteten und abgebildeten Drinks. Markennennungen in den Rezepten beruhen zum Teil auf Sponsoring. Die Rezeptdatenbank ist auch online auf www.diffordsguide.com verfĂŒgbar.
âą David A. Embury: The Fine Art of Mixing Drinks. 2. Auflage. Mud Puddle Books, New York 2009, ISBN 978-1-60311-164-5 (englisch). Nachdruck der 3. Ausgabe (1958) des erstmals 1948 erschienenen einflussreichen Standardwerks, mit neuen Vorworten von Robert Hess und Audrey Saunders.
âą Stephan Hinz: Cocktailkunst â Die Zukunft der Bar. FackeltrĂ€ger Verlag, Köln 2014, ISBN 978-3-7716-4553-3. Umfangreiches Fachwissen zu allen Aspekten des Mixens und Trinkens, Warenkunde zu wichtigen Spirituosengattungen und weiteren Zutaten, ĂŒber 250 klassische und moderne Rezepte sowie ein Sonderteil âFlĂŒssige SternenkĂŒcheâ.
âą Charles Schumann: Schumannâs Bar. Collection Rolf Heyne, MĂŒnchen 2011 (1. Auflage), ISBN 978-3-89910-416-5. Ăberarbeitete Neuauflage des in den 1990er Jahren als âBar-Bibelâ bekannten VorlĂ€ufers American Bar (1991) mit 500 ĂŒberwiegend klassischen Rezepten und einer Warenkunde von Stefan GabĂĄnyi.
Weblinks
Commons
: Cocktails
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Cocktail
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur von und ĂŒber Cocktail im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Linkkatalog zum Thema Cocktails bei curlie.org (ehemals DMOZ)
âą Bar-Vademecum â Wissenswertes fĂŒr den Bildungstrinker Umfangreiche Artikelsammlung zur Entstehungs- und Zubereitungsgeschichte vieler Cocktails
âą Official Cocktails (englisch) Offizielle Cocktails der International Bartenders Association mit Grundrezepten
Einzelnachweise
cite-note-croswell-11. â Harry Croswell, Herausgeber der Wochenzeitschrift The Balance, and Columbian Repository (Hudson, New York), antwortete in der Ausgabe vom 13. Mai 1806 (Memento vom 13. Juli 2014 im Internet Archive; PDF; 7,4 MB) auf einen Leserbrief wie folgt: âCock tail, then, is a stimulating liquor, composed of spirits of any kind, sugar, water, and bitters â it is vulgarly called a bittered sling [âŠ]â. Vgl. Anistatia Miller, Jared Brown: Spirituous Journey. A History of Drink. Book one: From the Birth of Spirits to the Birth of the Cocktail. Mixellany, London 2009, ISBN 978-0-9760937-9-4, S. 191 ff.
1. Jan G. van Hagen: The Bols Book of Cocktails. Forty years of winning recipes from the IBA. Bols Royal Distilleries (Public Relations), Nieuw-Vennep, Niederlande 1992 (englisch).
cite-note-43. â Eine Zusammenfassung zahlreicher ErklĂ€rungsansĂ€tze findet sich bei Dietrich Bock: Erlesene Cocktails fĂŒr private GĂ€ste. Selbstverlag, Erkrath-Hochdahl 1997, ISBN 3-00-001901-4, S. 21â26; vgl. auch H. L. Mencken: The American Language. An Inquiry into the Development of English in the United States. Alfred A. Knopf, New York 1952, der sieben wahrscheinliche Möglichkeiten auffĂŒhrt
2. Websterâs Third New International Dictionary. Reprint der Ausgabe von 1961, Könemann, Köln 1993, ISBN 3-8290-5292-8.
cite-note-73. Zitiert nach: Jared Brown, Anistatia Miller: Spirituous Journey: A History of Drink, Book Two. Mixellany, London 2009, ISBN 0-9760937-9-0, S. 15.
cite-note-bar-vademecum-ursprung3-86. â Armin Zimmermann: Vom Ursprung des Cocktails. Teil 3: Etymologie. In: bar-vademecum.de. 12. November 2017, abgerufen am 31. Juli 2018.
cite-note-hague-97. â William Hague: He was something between God and man. In: telegraph.co.uk. 31. August 2004, abgerufen am 31. Juli 2018 (englisch).
cite-note-108. â William Terrington definiert Cocktails noch 1869 als GetrĂ€nke, die man bevorzugt morgens zu sich nehme und die Manneskraft stĂ€rkten, wobei nur einige der angefĂŒhrten Rezepte Ingwer bzw. Ingwersirup enthalten: Cooling Cups and Dainty Drinks. George Routledge & Sons, London 1869, S. 190.
4. Dietrich Bock: Erlesene Cocktails fĂŒr private GĂ€ste. Selbstverlag, Erkrath-Hochdahl 1997, ISBN 3-00-001901-4.
5. Jared Brown, Anistatia Miller: Spirituous Journey: A History of Drink, Book Two. Mixellany, London 2009, ISBN 0-9760937-9-0.
cite-note-1511. â The Farmerâs Cabinet, Amherst (New Hampshire), 28. April 1803, zitiert nach: David Wondrich: From Absinthe Cocktail to Whiskey Smash, a Salute in Stories and Drinks to âProfessorâ Jerry Thomas, Pioneer of the American Bar. Perigee, New York 2007, ISBN 0-399-53287-0, S. 175f. Ăbersetzung: Benutzer:Mangomix.
6. David Wondrich: Imbibe! From Absinthe Cocktail to Whiskey Smash, a Salute in Stories and Drinks to âProfessorâ Jerry Thomas, Pioneer of the American Bar. Perigee, New York 2007, ISBN 0-399-53287-0.
7. Ted Haigh: Vintage Spirits and Forgotten Cocktails. Quarry Books (Quayside Publishing Group), Beverly MA 2009, ISBN 978-1-59253-561-3.
cite-note-wondrich-2014. â From Absinthe Cocktail to Whiskey Smash, a Salute in Stories and Drinks to âProfessorâ Jerry Thomas, Pioneer of the American Bar. Perigee, New York 2007, ISBN 0-399-53287-0, S. 178.
8. William Grimes: Straight up or on the Rocks. The Story of the American Cocktail. North Point Press, New York 2001, ISBN 0-86547-601-2.
cite-note-2316. â William Terrington: Cooling Cups and Dainty Drinks. George Routledge & Sons, London 1869, S. 190.
cite-note-2417. â Charles Austin Bates: The Liquor Book. The Charles Austin Bates Syndicate, New York 1899. Ohne Seitenzahlen, der zitierte Text steht auf der 11. Seite der Rubrik Cath-Lines and Headings.
cite-note-2618. â H. Porter: Cups and their Customs. John van Voorst, London 1869 (Second Edition), S. 33. Anm.: Die Erstausgabe erschien 1863.
cite-note-2719. â Sie findet sich in zahlreichen BarbĂŒchern, zum Beispiel bei Frank Meier: The Artistry of Mixing Drinks. Fryam Press, Paris 1936, S. 9f.
cite-note-2820. â Zur Legende und ihrer GlaubwĂŒrdigkeit: William Grimes: Straight up or on the Rocks. The Story of the American Cocktail. North Point Press, New York 2001, ISBN 0-86547-601-2, S. 41 f.
cite-note-craddock-2921. â Harry Craddock: The Savoy Cocktail Book. Faksimile-Nachdruck der Originalausgabe von 1930, Pavilion Books, London 1999, S. 15.
cite-note-3022. â Lawrence spricht in A Treatise on Horses von einem âhuge cock-tail half-bredâ. Zitiert nach David Wondrich: From Absinthe Cocktail to Whiskey Smash, a Salute in Stories and Drinks to "Professor" Jerry Thomas, Pioneer of the American Bar. Perigee, New York 2007, ISBN 0-399-53287-0, S. 293.
cite-note-3223. â Aristoteles: Meteorologie, um 350 v. Chri., zitiert nach: Anistatia Miler, Jared Brown: Spirituous Journey. A History of Drink. Book One. Mixellany, London 2009, ISBN 978-0-9760937-9-4.
cite-note-3324. â Laut Brown/Miller mit einer Konzentration von ĂŒber 90 % vol.: Anistatia Miller, Jared Brown: A Spirituous Journey. Book One. Mixellany, London 2009, ISBN 978-0-9760937-9-4.
cite-note-349. William Terrington: Cooling Cups and Dainty Drinks. George Routledge and Sons, London 1869, S. 207.
cite-note-3526. â AndrĂ© DominĂ©: Das ultimative Barbuch. Die Welt der Spirituosen und Cocktails. h.f.ullmann publishers (Tandem Verlag), Potsdam 2008, ISBN 978-3-8331-4802-6, S. 42.
cite-note-3610. Zitiert nach: William Grimes: Straight up or on the Rocks. The Story of the American Cocktail. North Point Press, New York 2001, ISBN 0-86547-601-2, S. 40. Ăbersetzung: Benutzer:Mangomix.
cite-note-thomas-3828. â Jerry Thomas: How to Mix Drinks, or the Bon Vivantâs Companion. Dick & Fitzgerald, New York 1862; vollstĂ€ndige Texte bei Google Books (auch als PDF): Schlesinger Library; Harvard College Library; Faksimile-Nachdruck: Ross Brown (SoHo Books), 2009, ISBN 978-1-4404-5326-7. Eine erweiterte Ausgabe erschien 1876.
cite-note-3911. Jerry Thomas: How to Mix Drinks, or the Bon Vivantâs Companion. Dick & Fitzgerald, New York 1862. Ăbersetzung: Benutzer:Mangomix.
cite-note-4130. â Jerry Thomas: How to Mix Drinks, or the Bon-Vivantâs Companion. Dick & Fitzgerald, New York 1862. VollstĂ€ndiger, durchsuchbarer Scan in der Google-Buchsuche.
cite-note-4231. â Jerry Thomas: The Bar-Tenderâs Guide or How to Mix All Kinds of Plain and Fancy Drinks. Dick & Fitzgerald, New York 1887.
cite-note-4332. â Vgl. beispielsweise die Barkarten von: Schumannâs Bar am Hofgarten, MĂŒnchen (2006); Victoria Bar, Berlin (ca. 2007); Lebensstern Bar, Berlin (2008/2009), Kronenhalle, ZĂŒrich (2011).
cite-note-4433. â Cocktailbart |url= https://cocktailbart.de/cocktails/alkoholfreie-cocktails/alkoholfreie-cocktails |titel= Alkoholfreie Cocktails und wie man sich Rezepte ausdenkt |abruf=2022-08-09
cite-note-4534. â Vgl. Gabriele Randel: Molekulare Cocktails. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt 2007, ISBN 978-3-86528-640-6.
cite-note-4635. â Laut einer Befragung von ĂŒber 200 US-amerikanischen Barkeepern durch die National Restaurant Association (NRA) sind fassgelagerte Cocktails der Top-Trend des Jahres 2013: What Will Be Hot on Drink Menus in 2013 (Memento vom 16. August 2013 im Internet Archive) Chilled Magazine, Online-Eintrag vom 7. Januar 2013 (englisch) abgerufen am 7. Juli 2013.
cite-note-4736. â Robert Schroeter: Holz ins Glas. Geschmacksveredelung von Spirituosen im Selbstversuch (Memento vom 14. Juli 2013 im Internet Archive), Online-Blog der Zeitschrift Mixology, 4. April 2013; abgerufen am 6. Juli 2013.
cite-note-4837. â Francoise Villeneuve: Aged Cocktails: Time is on Your Side. StarChefs.com, April 2011, ausfĂŒhrlicher Artikel (englisch) abgerufen am 7. Juli 2013.
cite-note-4938. â Helmut Adam: Ein Weg in die Bar. Cocktail. (Memento vom 31. Juli 2012 im Internet Archive) Blog-Eintrag vom Herausgeber der Zeitschrift Mixology vom 29. Juli 2012, abgerufen am 31. Juli 2012.
12. Gary Regan: The Joy of Mixology. Clarkson Potter, New York 2003, ISBN 0-609-60884-3.
13. Helmut Adam, Jens Hasenbein, Bastian Heuser: Cocktailian. Das Handbuch der Bar. Tre Torri, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-941641-41-9.
cite-note-5641. â IBA Official Cocktails (Memento vom 18. Juli 2011 im Internet Archive) (englisch), Stand der IBA-Website, abgerufen am 30. November 2011.
cite-note-5742. â IBA Official Cocktails (Memento vom 7. MĂ€rz 2015 im Internet Archive) auf der Website der International Bartenders Association (englisch) abgerufen am 17. April 2013.
cite-note-5843. â Wenn Wein zu Wasser wird: die wunderbaren Tricks der Minibar-Banditen (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) Blog-Eintrag auf lastminute.de, 1. MĂ€rz 2013; abgerufen am 23. April 2013.
14. Charles Schumann: Schumannâs Bar. Collection Rolf Heyne, MĂŒnchen 2011 (1. Auflage), ISBN 978-3-89910-416-5, S. 232.
15. Uwe Voigt: Das groĂe Lehrbuch der Barkunde. 2. Aufl., Matthaes, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-87515-018-6.
cite-note-7447. â Die Umrechnung bezieht sich auf die US-amerikanischen US customary units, wobei 1 US fl. oz â 30 ml. Quelle: Stefan Berg: Amerikanische FlĂŒssigkeitsmaĂe fĂŒr alte CocktailbĂŒcher. Bitters Blog (seit 11/2008 eingestellt) vom 7. Februar 2007, abgerufen am 1. Oktober 2011.
cite-note-7948. â Dwight Garner: An Encyclopedic New Guide to Cocktails Stirred, Shaken, Rolled, Tossed, Swizzled, Muddled⊠In: nytimes.com, 13. Dezember 2021, abgerufen am 24. Dezember 2021.